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Strom aus Gülle, Mais und Autolack – Erneuerbare Energien auf dem Vormarsch


Die Diskussion um den Atomausstieg und eventuelle Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke ist gegenwärtig wieder in aller Munde. Eine Umfrage des Info-Forschungsinstituts ergab, dass knapp zwei Drittel der Bevölkerung sich für ein Festhalten am geplanten Atomausstieg aussprechen. Etwa die Hälfte der Deutschen wäre in diesem Fall sogar bereit, höhere Strompreise zu zahlen. Da liegt die Frage nahe, wie die Energie-Zukunft unseres Landes wohl aussehen wird. Wo wird unser Strom in Zukunft herkommen?

Bereits heute wird in Deutschland ein Zehntel des Endenergieverbrauchs durch regenerative Energien gedeckt, bis 2020 könnte es doppelt so viel sein. Zu den erneuerbaren Energiequellen zählen vor allem Windkraft, Biomasse in Form von Holzpellets oder Bioabfällen sowie Sonnenenergie und Wasserkraft, die in entsprechenden Anlagen in Strom und Wärme umgewandelt werden. Im Jahr 2009 hingen etwa 340.000 Arbeitsplätze von der Gewinnung alternativer Energie ab. Dies entspricht einer Beschäftigung von 10 mal so vielen Menschen wie in der Atomenergiebranche.

Etwa 6,6% des „regenerativ“ gewonnenen Stroms stammen aus den mehr als 21.000 Windkraftanlagen im ganzen Land. Die Möglichkeiten sind hier jedoch noch lange nicht ausgeschöpft. Durch den Bau neuer Windparks und den Ersatz alter Anlagen durch leistungsfähigere könnte der Anteil der Windenergie an der gesamten Stromproduktion bis zum Jahr 2025 auf ein Viertel ansteigen. Besonders Anlagen auf See haben Zukunftspotenzial, denn bislang stammt der Strom aus Windenergie zum größten Teil von Kraftwerken an Land. So plant zum Beispiel der Schwedische Energieriese Vattenfall ab 2012 vor der Küste Sylts einen riesigen Offshore-Windpark mit rund 80 Windkraftanlagen zu bauen. Im Ärmelkanal eröffnete das Unternehmen kürzlich den mit etwa 100 Turbinen größten Offshore-Windpark der Welt. Beide Projekte sind Teil der Neuorientierung des Unternehmens, das die Notwendigkeit erkannt hat, „grüner“ zu werden. Vattenfall plant in Zuge dessen den Anteil des aus Wind gewonnen Stroms von 2009 bis 2011 zu verdoppeln.
In Deutschland werden weitere knapp 4% des Stromverbrauches durch Biomasse gedeckt. Im Europäischen Vergleich belegt Deutschland hier einen Spitzenplatz. Biomasse ist ein vielseitiger Energieträger und kann sowohl in fester, als auch in flüssiger oder gasförmiger Form zur Erzeugung von Strom oder Wärme genutzt werden. Biomasse stammt heute zum größten Teil aus der Forst- und der Landwirtschaft. In Zukunft wird jedoch auch die energetische Nutzung von Abfall und Reststoffen, wie den Bioabfällen aus der Biotonne, eine immer größere Rolle spielen. Einzelne Gemeinden wie das Bioenergiedorf Jühnde in Niedersachsen versorgen sich schon heute selbstständig mit Wärme und Strom die ausschließlich aus Gülle, vergorenen Nutzpflanzen wie Mais oder aber aus Holzhackschnitzeln gewonnen werden. Diese Gemeinden demonstrieren erfolgreich, wie sich in Zukunft auch größere Städte durch Erneuerbare Energien selbst versorgen können. Auf der Seckendorfer Höhe in Nordbayern wird dieser Tage mit dem Bau einer Bioenergie-Anlage in begonnen. Hier soll Biogas in Strom umgewandelt werden und 6.300 Haushalte mit Strom sowie 2.000 Haushalte mit der entstehenden Abwärme versorgen. Ermöglicht wird das Projekt durch die Kooperation mit zahlreichen Landwirten der Umgebung, die sich verpflichteten, jährlich tausende Tonnen Mais-, Schilfgras- und Futtergetreide-Silage anzuliefern. Bereits in einem Jahr soll die Anlage ihre Arbeit aufnehmen.

Auch Strom, der aus Wasserkraft gewonnen wird, trägt mit einen Anteil von 3,3% bereits erheblich zum Endstromverbrauch in Deutschland bei. Hier bieten sich vor allem in den südlichen Bundesländern im Alpenraum günstige Bedingungen für den Neubau von Wasserkraftwerken. In diesem Bereich kann viel von anderen Europäischen Ländern gelernt werden: So deckt Norwegen fast seinen gesamten Stromverbrauch aus Wasserkraft während in Österreich immerhin die Hälfte des erzeugten Stroms aus Wasserkraft gewonnen wird. Aufgrund der landschaftlichen Begebenheiten sind in Deutschland die Möglichkeiten der Energiegewinnung aus Wasserkraft jedoch nicht mehr unbegrenzt erweiterbar.

Ein weiteres Prozent der Stromproduktion geht auf Photovoltaik-Anlagen zurück, welche Sonnenenergie direkt in elektrischen Strom verwandeln. Hält das Wachstum dieser Anlagen weiterhin an, so könnte es schon in einigen Jahren möglich sein, an sehr sonnigen Tagen den Großteil des deutschen Stromverbrauchs allein durch Photovoltaik zu decken. Sehr vielversprechend sind hier vor allem die Dünnschichtzellen, die auf Glas gedampft wesentlich weniger klobig sind als herkömmliche Solarzellen. So könnten beispielsweise komplette Gebäude damit überzogen zum eigenen Kraftwerken werden und sich selbst mit Strom versorgen. Es gibt auch erste Versuche Lacke zu produzieren, die Sonnenlicht in Strom umwandeln. So könnte in Zukunft der Lack eines Autos Strom erzeugen und so das Autoradio betreiben oder die Autobatterie laden. Dünnschichtzellen würden sich auf Grund ihrer Größe auch dazu eignen, mobile Geräte wie Laptops unterwegs zu laden oder Haushaltsgeräte beim Camping oder Picknick zu nutzen. Es gibt auch schon einen Entwurf für einen Kameragurt, der im Schulterbereich mit Solarzellen versehen ist und die Kamera so jederzeit mit Strom versorgt.

Die Zukunft wird im Feld der Erneuerbaren Energien sicherlich noch viele spannende Innovationen hervorbringen. Vielleicht laden Solar-Sonnenbrillen eines Tages sogar unsere Handys auf? Aber Moment, auch das gibt es schon heute…

Sicherheit und Effizienz – die neue Generation der Fahrradhelme

Zwei engagierte Ingenieur-Studenten der Nirma Ahmedabad Universität haben mal eben auf die Schnelle einen praktischen Fahrradhelm entwickelt, der über Wind- und Sonnenenergie Strom produziert. Auf dem Weg zur Arbeit kann so das Handy oder der iPod mal eben schnell aufgeladen werden. Der innovative Fahrradhelm kann innerhalb einer 40-minütigen Fahrt ein Mobiltelefon komplett aufladen.

Die zwei Studenten entwickelten ihr Produkt innerhalb von nur 3 Tagen! Der Energie produzierende Helm soll mehr Radler, neben dem Anreiz kostenfreien Strom zu beziehen, ermuntern, zu ihrer eigenen Sicherheit einen Helm zu tragen. Ein vorzeigbarer Prototyp bedarf noch einige Stunden Arbeit, immerhin haben Sie den ersten Prototyp innerhalb von nur einigen Tagen entwickelt. Die Studenten planen schon ein Patent auf ihren neuartigen Fahrradhelm anzumelden und es ist wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis wir die Hightech-Kopfbedeckung auch auf unseren Straßen sehen. Nach den Angaben der jungen Ingenieure soll der Helm nur 22$ kosten und unterscheidet sich preislich somit kaum von einem herkömmlichen Fahrradhelm.