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Das Elektroauto – eine unternehmerische Idee für eine bessere Welt?

Eine umwälzende Technologie reformiert die Automobilbranche: Das Elektroauto. Anstatt mit Benzin zu fahren, benötigt das Elektroauto „nur“ den Strom aus der Steckdose. Eine neue Ära des Klimaschutzes beginnt – oder doch nicht?

Die Geschichte des Elektroautos ist eng verbunden mit der Entwicklung des zugehörigen Elektroantriebes. Im Jahre 1882 stellte Werner Siemens die elektrische Droschke, den ersten elektrisch angetriebenen Kutschenwagen, vor, dem in den Jahren zuvor zahlreiche Weiterentwicklungen des Antriebes, insbesondere der Batterie, vorangegangen sind.

Von 1892 bis 1940 hatten die Elektroautos ihre große Zeit, besonders in den USA. In New York errang das Elektroauto zeitweise sogar einen Anteil von 50% der Automobile. In den darauf folgenden Jahren wurden die Elektroautos nach und nach vorwiegend aufgrund von geringer Reichweite von Wagen mit Kraftstoffmotoren aus dem Markt verdrängt. Die Ölkrise während des Golfkrieges 1990 und ein wachsendes Umweltbewusstsein führten schließlich zu erhöhten Interesse an der Technologie des Elektroautos.

Zahlreiche Hersteller starten daraufhin in den 90er Jahren ihre eigene Entwicklung eines Elektroautos. Die Produktion und Entwicklung wurde jedoch aufgrund angeblich mangelnder Nachfrage schnell wieder einstellt. Dies ist unter anderem einer der Gründe, warum der umweltbewusste deutsche Konsument heute “lediglich” auf das sogenannte Hybridauto umsteigen kann. Dieses beinhaltet einen Elektromotor und einen Benzinmotor, die je nach Fahrsituation das Auto antreiben. Zudem wird die überschüssige Energie, die zum Beispiel beim Bremsen erzeugt wird, zum Aufladen der Batterie genutzt. Ein sinnvolles Konzept, welches den Benzinverbrauch, und somit CO²-Emissionen, teilweise kräftig reduzieren kann. Ein Besuch der Tanksäule kann dadurch jedoch nicht komplett verhindert werden.

Das Hybridauto – eine Lösung für die Zukunft? Wohl kaum. Eine Übergangslösung? Wohl eher. Dies haben mittlerweile auch die Automobilhersteller erkannt und entwickeln (wieder )kräftig an Ihrem marktfähigen Elektroauto. Denn laut Martin Winterkorn, dem Chef der Volkswagen-Gruppe, gehört alleine diesem die Zukunft. Doch feiern wir als Gesellschaft dieses Elektroauto nicht zu früh? Bedeutet ein elektronischer Antrieb wirklich gleich die Reduzierung, ja sogar das Ende des Ausstoßes von schädlichen CO²-Emissionen eines Autos?

Die Antwort ist erwartungsgemäß bedrückend und enttäuschend: Obwohl ein Elektroauto selbst keinen einzigen Gramm CO² in die Atmosphäre pustet, hängt die Umweltfreundlichkeit in erster Linie von der Umweltfreundlichkeit der Erzeugung des für den Antrieb benötigten Stroms ab. In Deutschland wurde 2007 6,7% des gesamten Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gewonnen. Auf europäischer Ebene betrug der Anteil schlappe 6.5%. Geht es nach den Wünschen der Europäischen Union, soll dieser Anteil bis zum Jahre 2020 auf 20% steigen. Ein anspruchsvolles Ziel, schließlich wird der Bedarf an Strom im Zuge der Einführung des Elektroautos in den nächsten Jahren rasant ansteigen. Im Umkehrschluss bedeutet dies jedoch, dass 2020 80% des unter anderem für das Elektroauto benötigten Stromes von Atom- und Kohlekraftwerken produziert wird. CO²-Emission sind da vorprogrammiert.

Fazit: Der Technologie des Elektroantriebes ist zwar unzweifelhaft Anerkennung zu zollen, aber zum Umweltschutz trägt sie nur bei, wenn sie mit der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien einhergeht. Mit Kohle- und Atomstrom betriebene Elektroautos leisten schlicht keinen Beitrag zum Klimaschutz. Noch nicht. Das Elektroauto – schon jetzt eine unternehmerische Idee für eine bessere Welt?