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Nachhaltiger Konsum erobert die deutsche Messelandschaft

Konsum und Nachhaltigkeit, passt das zusammen? Ja, es passt, finden nicht nur die Veranstalter des Berliner Heldenmarktes. Im Herbst diesen Jahres finden in Deutschland zahlreiche Messen und Veranstaltungen statt, die sich dem Thema nachhaltiger Konsum und grüner Lebensstil widmen.

Der Heldenmarkt, die Verbrauchermesse für nachhaltigen Konsum, wird am kommenden Wochenende zum zweiten mal veranstaltet. Der erste Markt dieser Art im März diesen Jahres war bereits ein voller Erfolg. 3.000 Besucherinnen und Besucher waren damals von der Vielfalt und dem Einfallsreichtum der Produkte begeistert. „Shoppen für Weltverbesserer“ heißt es am 13. und 14. November wieder, wenn mehr als 100 Aussteller am Berliner Ostbahnhof ihre Angebote zu verantwortungsvollem Konsum, Genuss sowie zu ästhetischer Kreativität präsentieren.

Wer eine nachhaltige Lebensweise anstrebt, versucht der Umwelt möglichst nur die Ressourcen zu entnehmen, die auch benötigt werden und von selbst wieder nachwachsen. Alle auf der Messe angebotenen Produkte und Dienstleistungen stammen daher entweder aus biologischer Produktion, werden fair gehandelt, schonen Ressourcen, verwenden Recycling-Materialien oder richten sich auf andere Art und Weise gezielt an den „bio-fairen“ Markt. Das umfangreiche Angebot reicht von nachhaltig produzierter Kosmetik über Textilien für Jung und Alt, Accessoires und Möbel aus recycelten Materialien bis hin zu nachhaltigen Dienstleistungen aus dem Finanz- und Versicherungsbereich. Natürlich sind auch fair gehandelte Lebensmittel und Bio-Produkte auf der Messe vertreten. Bei dieser großen Auswahl lässt sich mit Sicherheit schon das ein oder andere nachhaltige Weihnachtsgeschenk für Familie oder Freunde finden!

Am 20. November findet in München mit der Green Lifestyle Messe GoldGreen eine weitere Messe zum nachhaltigen Lebensstil statt. Unter dem Motto „green fashion & beauty & design & slowfood“ sollen dort Öko und Fair-trade in einem stylischen und kulturellen Umfeld präsentiert werden. Die Messe wird zum ersten mal veranstaltet und soll zukünftig einmal im Jahr stattfinden.

Öko-Produkte können durchaus ein modernes und ansprechendes Design haben, das hat bereits im September die Messe ökoRausch bewiesen. Auf der Messe für nachhaltiges Design mit Bewusstsein stellten Designern aus, die den Spagat zwischen gestalterischem Können, ökologisch korrekter Produktion und einer wirtschaftlichen Ausrichtung gemeistert haben. Angeboten wurden zum Beispiel Taschen, Schmuck, Bekleidung und Möbel.

Ebenfalls im September wurden auf der FA!R2010 in Dortmund Kampagnen und Trends rund um das Thema Fairer Handel vorgestellt. Über 2.500 Fachbesucher und Endverbraucher informierten sich auf der Messe direkt bei Produzenten, Händlern und Bildungsakteuren über deren Produkte und Ideen. Ein Schwerpunkt der Messe lag auf Ethic Fashion, Mode, die unter ethischen Bedingungen produziert wurde.

Alle vier Messen zeigen in inspirierender und entspannter Atmosphäre, wie jeder Einzelne von uns bewusst ökologische und sozial nachhaltige Verhaltensweisen in seinen Alltag integrieren kann. So wird das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden. Der rege Zulauf der Messen verdeutlicht außerdem den steigenden Bedarf nach Informationsmöglichkeiten zu nachhaltigem Konsum. Das Interesse wird in Zukunft sicherlich noch weiter steigen und den Veranstaltungen zusätzliche Besucher bescheren.

Zur konkreten Umsetzung der nachhaltigen Ideen im täglichen Leben bietet auch der nachhaltige Warenkorb der Bundesregierung Hilfe. Dieser Wegweiser zum zukunftsfähigen Konsum kann in verschiedenen Einkaufssituationen herangezogen werden. So bietet er Hilfestellungen für nachhaltige Entscheidungen beim täglichen Einkauf, aber auch bei selteneren und größeren Anschaffungen wie Reisen oder dem Autokauf.

Nachhaltiger Konsum und Lebensstil sind ein weites Feld, auf dem sich jeder Einzelne von uns ein bisschen bewusster bewegen kann. Messen und Veranstaltungen geben dabei einen gute Überblick über die konkreten Möglichkeiten, wie man seinen eigenen Alltag ein bisschen „heldenhafter“ gestalten kann.

Die Möbelindustrie macht’s grün!

Wer glaubt, dass es in modernen Industrienationen noch Güter gibt, die nicht per Umwelt-Label als „Green“, „Öko“ oder „Remade“ deklariert werden, wird überrascht – denn es gibt sie tatsächlich noch. Jedoch ist in Zeiten, in denen selbst Mobiltelefone der Branchenführer Nokia und Sony Ericsson recycled werden, um den neuen Bibeln nachhaltiger Ökonomie, wie etwa dem „Leitfaden zur grünen Elektronik“ von Greenpeace, zu entsprechen, die hundertprozentige Wiederverwertbarkeit aller Güter nicht mehr fern. Die Postulate der Umwelt-Lobby haben, begünstigt von Naturkatastrophen und den „Wie bisher geht es mit dem Klima nicht weiter“-Parolen, in den letzten Jahren erfolgreich dazu beigetragen, dass selbst Produkte als umweltverträglich eingestuft werden, bei denen man darüber nicht im Entferntesten nachgedacht hätte.

Öko Control

Öko Control

Das Goldene M

Das Goldene M

Keine Frage: Produkte, die in ökologischer Hinsicht unbedenklich sind, gehören zum Zeitgeist. Dies zu kritisieren ist schlichtweg nicht angebracht. Gibt es doch weitestgehend Konsens darüber, dass alles als wünschenswert gilt, was der Schonung natürlicher Ressourcen dient. Frei nach dem Motto „Gut ist, was nachwächst oder wiederverwertet werden kann“, haben sich auch Möbelhersteller auf diese Entwicklung eingestellt. Möbel sollen möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, aus umweltfreundlichen Produktionsprozessen hervorgegangen sein, eine lange Lebensdauer haben sowie in eine Wiederverwertung eingebracht werden können.

Öko-Label schaffen Verbrauchersicherheit

Doch wo Gutes getan wird, entsteht meistens auch das Streben nach Profit und damit verbundener Missbrauch ursprünglich positiver Intensionen. Die Deklarationen „Naturmöbel“ oder „Biomöbel“ haben noch lange nicht zu bedeuten, dass es sich hierbei um nachhaltige Produkte handelt. Entsprechende Qualitätssiegel sorgen für Abhilfe bei Verbrauchern. So kann man bei Holz mit dem Emblem des Forest Stewardship Council davon ausgehen, dass es wirklich kontrolliert angebaut wurde und darin keine Pestizide zu befürchten sind. Darüber hinaus steht das grüne “Öko Control” des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser e.V. für hochwertige, schadstoffgeprüfte Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen und nachhaltiger Forstwirtschaft. Ein weiterer Verband – die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. – vergibt regelmäßig „Das Goldene M“. Der Zusammenschluss von über 100 Möbelherstellern und Zulieferbetrieben aus dem In- und Ausland beachtet, neben der Langlebigkeit und einwandfreien Funktion des Möbelstücks, zusätzlich die Sicherheit und Gesundheit des Verbrauchers.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel

Auch Baustoffe für Innenräume werden vom „Blauen Engel“ untersucht

Das Bewertungsschema für Bauprodukte des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) dient als Grundlage für die Prüfung weiterer Inneneinrichtungs-Gegenstände. Hierbei werden Ausgasungen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC=Volatile Organic Compunds) nach einheitlichen Kriterien untersucht und im Hinblick auf Gesundheitsgefahren für Verbraucher bewertet. Seit 2003 mündeten diese Bemühungen in einem neuen Umweltzeichen des Blauen Engels für Bodenbelagsklebstoffe und andere Verlegewerkstoffe angewandt. Es folgten Vergabegrundlagen für Polstermöbel, Matratzen, elastische Bodenbeläge, Dichtstoffe und textile Bodenbeläge.

Bereits in den 80er Jahren startete hierzulande die Öko-Möbel-Bewegung

Holzschutzmittelskandale und Formaldehyd-Erkrankungen erschütterten in den 80er Jahren die Möbelhändler und -hersteller. In der Folge entwickelte man Kinderzimmer, Schränke und Betten, die ausschließlich aus natürlichem Holz gefertigt waren, das aus europäischen Wäldern stammte und in Deutschland, Österreich oder im nahen europäischen Ausland verarbeitet wurde. Möbelholz hat einen großen Einfluss auf das Raumklima: je mehr Poren die Oberfläche der Massivholzmöbel aufweist, desto stärker nehmen diese Feuchtigkeit aus der Luft auf und geben selbige bei Trockenheit wieder ab. Die vermeintlich gesundheitsschädigende „Möbelatmung“ lässt sich durch Behandlung der Oberflächen mit bestimmten Ölen verhindern – Schmutzpartikel dringen nicht ins Holz. Dadurch können die positiven Eigenschaften des Holzes in direkten Nutzen für den Menschen umgewandelt werden. Je offenporiger das Holz, desto mehr Feuchtigkeit kann es aufnehmen und bei zu trockener Luft gegebenenfalls wieder abgeben.

Verbraucher sollten beim Möbel kaufen in jedem Fall auf gängige Siegel achten. Die Angst, die Ästhetik der Möbel könne unter restriktiven Umweltanforderungen leiden, ist weitgehend unbegründet. Hersteller vemögen die Kombination aus Nachhaltigkeit und Design hervorragend umzusetzen.