Tag Archive for 'Energie'

Online Modernisierung – Der Weg zur effizienten Energienutzung

Es gibt viele Online-Tools die einen virtuellen Umbau ermöglichen und als Planungstool vorab zur Veranschaulichung dienen. Doch die Geschäftsidee von drei Wirtschaftsinformatikern aus Jena geht da noch etwas weiter. Vor drei Jahren kam ihnen die Idee zu einer Online-Plattform, die eine Simulation eines Einfamilienhauses aus den 60er Jahre ermöglicht, das energietechnisch bis ins kleinste Detail virtuell nach den Wünschen des Nutzers saniert werden kann. Unter Zuhilfenahme des Planungstools ModernuS können Nutzer erkennen, welche Modernisierungsmaßnahmen notwendig sind, um die Energieeffizienz ihres Hauses zu steigern und werden spielerisch an das Thema heran geführt. Gleichzeitig wird der User über die Kosten der Maßnahmen informiert und erhält die Möglichkeit nach passenden Dienstleistern der einzelnen Branchen zu suchen. Insgesamt sind rund 3000 Fachbetriebe auf der Plattform gelistet, die dafür einen Jahresbeitrag von rund 100 Euro zahlen.

Im Endeffekt kann man sich das Programm wie ein Spiel vorstellen. Jedoch kann der virtuelle Energieberater hilfreiche Tipps und versteckte „Energielücken“ aufdecken und dient gleichzeitig als Schnittstelle zwischen Kunden und Fachbetrieben. Als strategischen Kooperationspartner wählt ModernuS gezielt Sparkassen und Banken, die eine ideale Plattform für das Programm bieten. So wird ein Zugang zur breiten Masse geschaffen und Kreditprogramme von Banken für Modernisierungsmaßnahmen, direkt dem Kunden offeriert.

Ein strategisches Konzept, das aus Marketingperspektive gut durchdacht ist und zudem den grünen Ansatz verfolgt.

Anacondas nützlicher als allgemein bekannt!

Normalerweise kennt man sie als Schreckgespenst des Amazonas, als Hauptdarsteller schlechter Hollywood-Filme oder aber aus Träumen, aus denen man schweißgebadet aufwacht. Das ausgerechnet Anacondas nun Gutes für die Menschheit tun, überrascht doch stark.

Genauer gesagt dient das Reptil seit Kurzem als Model für ein Energieprojekt mit Zukunft. Es zielt darauf, Wellenenergie des Meeres in elektrische Energie umzuwandeln, und ist somit ein potentieller Kandidat, langfristig die Generation regenerativer Energien um ein ein weiteres Puzzleteil zu ergänzen. Die Funktionsweise ähnelt den Bewegungen der Anaconda in Gewässern. An einer Stange, die im Meeresboden verankert wird, schwimmt eine Art Schlauch oder Gummiröhre frei im Wasser. Das andere, Wellen-abgewandte Ende enthält eine Turbine. Der „Anaconda-Generator“ ist mit Wasser gefüllt und reagiert auf die Wellenbewegungen. Trifft eine Welle auf den Schlauch, wandert ein Wulst aus Wasser die Röhre entlang, dessen Geschwindigkeit von Größe, Material und Elastizität des verwendeten Materials abhängt. Die Vorgänge im Schlauchinneren sorgen dafür, dass die Turbine angetrieben und Wellenenergie in nutzbare, regenerative Energie umgewandelt wird.

Der Aufbau der Anlagen soll mit möglichst wenigen beweglichen Teilen und Gelenken erfolgen, so dass eine Wartung möglichst standardisiert und einfach erfolgen kann. Die Röhren dürften dank ihrer Biegsamkeit auch schwere Unwetter auf hoher See gut überstehen. Etwa entlang der Küste der Vereinigten Staaten könnten solche interessanten Modelle für einen Durchbruch in Sachen regenerative Energien sorgen. Wissenschaftler sprechen von Wellenenergie-Ressourcen in Höhe von 2.100 Terawattstunden pro Jahr – allein für das zusammenhängende Gebiet der USA. Dies entspricht der Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs der Amerikaner. Das Potenzial ist also entsprechend groß. Derzeit wird das Modell in englischen und amerikanischen Laboren weiterentwickelt und auf tatsächliche, praktische Tauglichkeit untersucht. So haben Forscher errechnet, dass die Vorrichtungen eine Länge von ungefähr zweihundert und einen Durchmesser von etwa sieben Metern umfassen könnten. Ganze Anaconda-Farmen könnten in den Meeren entstehen und künftig für Energiesicherheit sorgen. Das amerikanische Energieministerium geht davon aus, dass Ozeane für die Bereitstellung von etwa zwei Billionen Watt Elektrizität taugen.

Noch wird diese junge Technologie nicht in einem Maße gefördert, wie es Solar- und Windenergie derzeit erfahren. Experten gehen davon aus, dass die mögliche maximale Energiemenge bei etwa 250 Terawattstunden in den USA liegt – immerhin ein Wert, den derzeit die vielgeschätzte Wasserkraft liefert. Das Potential dieser neuen Form der Energiegewinnung ist also vorhanden. Es muss jedoch noch perfektioniert sowie ein geeignetes Nutzungskonzept entwickelt werden. Dann werden uns in absehbarer Zeit vielleicht auch Anacondas etwas sympathischer.

Nachhaltig Feiern!

Im September 2008 hat in Rotterdam der Club Watt seine Tore geöffnet. Die Betreiber bewerben ihren Club mit dem Slogan “Die erste nachhaltige Disco der Welt”. Doch wie wird ein solches Konzept umgesetzt? Eine Disco verbraucht normalerweise eine Menge Strom. Diesen nachhaltig herzustellen, ist schwierig. Hierfür haben holländische Wissenschaftler jetzt eine neue Technologie entwickelt:

Jeder Schritt, jeder Fußabdruck, den wir machen, hinterlässt Energie. Nun ist es durch den Einsatz neuer Materialien gelungen, diese Energie zu speichern. Die Vibrationen im Boden, die durch das Tanzen entstehen, werden zu Strom konvertiert. So versorgt sich der Club zum Teil selbst. Laut Betreiberangaben wird im Watt 30 % weniger Strom verbraucht, als in einer konventionellen Disco. Das ist nicht nur gut für die Umwelt, sondern spart auch Geld.

Als weitere Nachhaltigkeitsmaßnahme werden an den Bars nur wiederverwertbare Hartplastikbecher verwendet und beim Einkauf auf möglichst sparsame und umweltverträgliche Einheiten geachtet. Ein umschnallbarer Becherhalter soll die Gäste zusätzlich dazu bewegen, die Getränkebecher mehrmals zu benutzen. Dies spart Wasser. Auch in den Toiletten wird gespart: Der Schweiß der Tänzer soll als Kondenswasser aufgefangen und für die Spülungen verwertet werden. Da dies nicht ganz reicht, wird auch Regenwasser hierfür verwendet.

Insgesamt kommen die Betreiber so auf Einsparungen von:

- 30 % weniger Energie als ein vergleichbarer, konventioneller Club

- 50 % weniger Wasser

- 50 % weniger Abfall

- 30 % weniger CO2 Emissionen

Jetzt kann man auch mit gutem Gewissen feiern!