Der Otto Normalverbraucher produziert in einem Jahr durchschnittlich 10,2 Tonnen CO2. Das ist nicht wenig, wenn man bedenkt das jeder Einzelne durch eine umweltbewusstere Lebensweise, bis zu zwei Tonnen pro Jahr einsparen kann. Darauf beruht auch das Klimaschutzziel Deutschlands, bis zum Jahr 2050, den Ausstoß von Kohlenstoffdioxid um mindestens 50 Prozent zu reduzieren.
Der Lebensstil beeinflusst den CO2-Ausstoß enorm, denn es macht schon einen großen Unterschied, ob man viermal im Jahr in die Ferne fliegt, um sich zu sonnen oder seinen Jahresurlaub in einem Wildcamp plant. Nichtsdestotrotz gibt es einige (Verhaltens-)Punkte im Leben, die mehr CO2 produzieren und die Erkenntnis darüber welche das sind – was Einem vorher vielleicht gar nicht bewusst war – können helfen ein umweltschonenderes Alltagsleben zu führen.
Mal abgesehen von den Flügen, verursacht häufiges Reisen noch mehr CO2, denn auch die Übernachtung in einem Hotel (wenn es sich nicht gerade wie im letzten Beitrag um Öko-Hotels handelt) erhöht den Energieaufwand. Allein der zumeist tägliche Handtuchwechsel oder das ständige erneuern der Bettwäsche ist nicht besonders umweltschonend.
Sind Sie ein Genießer und gehen gerne öfter mal in ein Restaurant? Dann sollten Sie sich beim nächsten Mal vielleicht Folgendes durch den Kopf gehen lassen: Der für Sie bereitgestellte Gastraum wird ständig beheizt und beleuchtet, um den Gast wohlwollend in Empfang zu nehmen und ihm einen angenehmen Aufenthalt zu bescheren. Hinzu kommt dann noch die aufwendige Zubereitung der vielen kulinarischen Köstlichkeiten.
Ein nächster wichtiger Punkt – die Körperpflege. Der Mensch verbringt in seinem Leben ca. ein Jahr und neun Monate mit Körperpflege und der Energieaufwand der dafür benötigt wird, ist nicht unerheblich. Grundsätzlich ist bekannt, dass Duschen sparsamer ist als Baden, aber dies natürlich abhängig von der Duschzeit ist, die nicht mehr als 10 Minuten betragen sollte. Geräte die defekt sind, sollten auf eine Reparatur überprüft werden, wenn sie noch nicht besonders alt sind. Ältere Modelle sind häufig Stromfresser und sollten durch neuere Modelle, die energiesparend sind, ausgetauscht werden.
Geschirrspülen ist in der Regel effizienter im Wasser- und Stromverbrauch als eine Geschirrspülmaschine. Doch nur wenn man dabei einige kleine Dinge beachtet, wie nicht ständig kleine Geschirrmengen zu spülen oder das Wasser beim Spülen nicht laufen zu lassen. Ebenso gilt das auch für Spülmaschinen, denn der Kauf einer energiesparenden Maschine kann unter Umständen sogar besser sein als das manuelle Spülen. Darauf achten den Geschirrspüler voll auszulasten und falls vorhanden Sparprogramme zu verwenden.
Dies gilt ebenso für das Wäschewaschen, denn Wäschen bei 60 oder sogar 90 Grad sollten wenn möglich vermieden werden.
Zum Thema Energiesparlampen ist nicht mehr so viel zu sagen, denn ab September 2012 soll es in ganz Europa keine Glühlampe mehr geben und nur noch Energiesparlampen zu kaufen geben, die 80 Prozent weniger Strom fressen und eine deutlich längere Lebensdauer aufweisen. Genrell sinnvoll für Beleuchtungsanlagen, sowohl Innen wie auch Außen, sind Zeitschalter und Bewegungsmelder, die individuell eingestellt werden können.
Geräte sollten grundsätzlich nicht auf Standby-Modus betrieben werden, denn im Bundesdurchschnitt lassen sich so viele Millionen Tonnen CO2-Emissionen einsparen. Hilfreich können vor allem Verteiler mit Ein- und Ausschalter sein.
Die Verwendung eines Wasserkochers ist viel energiesparender als das Erhitzen des Wassers im Teekessel, da die Heizstäbe im Wasserkocher für das direkte Erhitzen sorgen und nicht wie beim Teekessel zunächst die Wände aufgeheizt werden müssen.
Als letztes Beispiel einen Tipp für alle PC- oder Laptop-Besitzer: auf aufwendige Bildschirmschoner verzichten, denn sie beanspruchen die Leistung des Gerätes mehr als gedacht. Teilweise kann es sogar sein, dass mehr Strom durch den Bildschirmschoner verbraucht wird, als durch das Arbeiten am Gerät.
All diese Tipps sind nur kleine Denkanstöße und geben sicherlich mehr Aufschluss darüber, ob unser Lebensstil die Umwelt vielleicht zu stark belastet oder ob wir uns schon als „grüne Retter“ einstufen dürfen. An alle für die das noch nicht gilt, wird eine CO2-Diät empfohlen.
hi, hätt da ja mal ne Frage zum Thema auswärts Essen. Ihr schreibt:
“Sind Sie ein Genießer und gehen gerne öfter mal in ein Restaurant? Dann sollten Sie sich beim nächsten Mal vielleicht Folgendes durch den Kopf gehen lassen: Der für Sie bereitgestellte Gastraum wird ständig beheizt und beleuchtet, um den Gast wohlwollend in Empfang zu nehmen und ihm einen angenehmen Aufenthalt zu bescheren. Hinzu kommt dann noch die aufwendige Zubereitung der vielen kulinarischen Köstlichkeiten.”
Und ihr seid da nicht die ersten, die das so sehen. Ich weiss zwar nicht ganz genau wo mein Denkfehler liegt, aber erstmal würde ich dieser Darstellung nicht direkt zustimmen:
Macht es nicht einen Unterschied, ob ein großer Saal/ Raum für (was ist die Kapazität und durchschnittliche gleichzeitige Auslastung eines Restaurants?) vielleicht 10 – 50 Personen beleuchtet und beheizt ist, oder (angenommen, es kämen immer Pärchen die sonst zusammen leben) 5 bis 25 Haushalte jeder für sich zu Hause die Küche ausleuchtet und beheizt (+ das Wohn-/ Esszimmer), die ja zumindest im Normalfall nicht beheizt und ausgeleuchtet sind, wenn man denn nicht zuhause (sondern z.b. in einem Restaurant essen) ist. D.h., statt 5 – 25 ausgeleuchteter und beheizter Küchen und Esszimmer, wird nur ein Raum oder Saal + Küche beheizt und ausgeleuchtet. Zwar mag die Fläche eines Restaurants größer sein als die eigene Küche + Wohnzimmer, und einige Leute würden zuhause vlt auch nur in der Küche essen und dann Licht und Heizung in den anderen Zimmern nicht in Benutzung haben. Aber es wäre doch zu vermuten (wenn auch durchaus mal ökobilanztechnisch zu überprüfen), dass im Restaurant weniger Energie für Heizung und Licht verbraucht wird als die SUmme des Verbrauchs der Gäste, wenn diese alle in den eigenen vier Wänden essen würden. Ähnliche Größenvorteile fallen sicher auch beim Kochen an. Wenn jeder der Gäste zu Hause einen Topf auf den Herd stellt für die Kartoffeln, wird in der Summe vermutlich mehr Energie verbraucht, als ein Großküchentopf mit Kartoffeln im Restaurant für die gleiche Menge an zu verpflegenden Personen verbraucht. (Im Grunde ists wie alleine mit dem Auto zu fahren vs. zu 50zigst mit dem Bus).
Sicher kommt es im Einzelfall auf die Auslastung und Größe des Restaurants an. Aber ob man grundsätzlich sagen kann, dass im Restaurant zu essen mehr CO2 verursacht als alleine zuhause zu speisen, würde ich grundsätzlich in Frage stellen. Wenn ich falsch liege, lasse ich mich gerne eines besseren belehren.
Beste Grüße
FM
liebe blogger,
danke für die praktischen hinweise!
was jedoch die restaurantbesuche betrifft, stellt sich mir die frage, ob dieser erkentnis ökobilanzielle erkenntnisse zugrunde liegen. Zumindest auf den ersten blick würde ich dme nicht pauschal zustimmen, lasse mich aber gerne auf den richtigen weg führen. meine sicht:
ist nicht der energiebedarf für eine (wenn auch größere) küche + (wenn auch größeren) speisesaal kleiner als die summe des energiebedarfs der entsteht, wenn jeder der gäste in den eigenen vier wänden kocht und isst? gleiches trifft auf die zum kochen benötigte energie zu: die einzelnen kochtöpfe auf dem heimischen herd eines jeden gastes für die handvoll kartoffeln benötigen weniger energie, als ein oder zwei großküchentöpfe? kann ich mir kaum vorstellen. sicher hängt das zum einen auch von der kapazität und auslastung des restaurants ab, zum anderen davon, ob die leute die ins restaurant gehen, d.h. in der zeit nicht zuhause sind, auch wirklich licht, heizung und herd im eigenen heim ausschalten und durchaus aus noch davon, wieviele der gäste jeweils einem haushalt zugehörig sind. Pauschal sagen zu können, dass im restaurant mehr co2 entsteht als wenn jeder einzeln zu hause kocht, sehe ich zumindest als fragwürdig an. (verhält es sich nicht ähnlich wie bspw. beim busfahren (ÖPNV)? zwar benötigt ein großer bus mehr energie zum heizen/ kühlen und fahren als ein pkw. wenn 30 leute mit dem bus fahren, bleiben dafür jedoch im besten fall 30 autos stehen, die in der summe sicher mehr energie benötigten als ein bus).
liege ich falsch?
besten gruß,
fm