Grüne Elektronik – Green like an Apple or just a lemon?

Menschen, die sich heutzutage einen neuen PS-starken Sportwagen kaufen, haben gemeinhin den gesellschaftlich Status eines Umweltverschmutzers. Aber was ist mit jemandem, der sich einen iPod oder eine Spielkonsole von Nintendo zulegt?

Elektronikschrott wird zunehmend zum Problem

Elektronikschrott wird zunehmend zum Problem

Die immer größer werdende Masse an anfallendem Elektroschrott wird zunehmend zu einer ernsthaften Belastung für die Umwelt. Der Eine oder Andere wird schon vor einiger Zeit gemerkt haben, dass auch die Apple Produkte vom Grün eines Apfels noch weit entfernt sind. Obwohl sich insgesamt ein breites Umdenken in der Technik-Branche bemerkbar macht, fällt die Geschwindigkeit, mit der die Hersteller versuchen „grüner“ zu werden, sehr unterschiedlich aus.

Im September 2009 hat Greenpeace zum 13. Mal die 18 führenden Hersteller von Computern, Handys, Fernsehern und Spielkonsolen, bezüglich ihrer Einstellung zum Umweltschutz, miteinander verglichen (Greenpeace Guide to Greener Electronics).

Dabei sorgen einige Ergebnisse für Überraschung. So hat Samsung beispielsweise einen guten zweiten Platz belegt wohingegen Acer und HP mit einem 13. und 14. Platz eher am unteren Ende der Liste rangieren. Und das obwohl auch Acer und Co. energiesparende Produkte anbieten.

Lenovo, gerade mal einen Platz vor dem Schlusslicht Nintendo, wirbt auf seiner Webseite sogar mit diversen Gütesiegeln für Energieeffizienz der Produkte, wie dem „Energy Star 4.0“ oder einem Zertifikat von „climate savers“, und trotzdem wurde das Unternehmen von Greenpeace abgestraft. Denn schließlich wird die Umwelt nicht nur durch das Betreiben des Gerätes belastet sondern auch während des Herstellungsprozesses und durch die Entsorgung. Also beim Kauf von Elektrogeräten z.B. bei MediMax immer auf die Energieeffizienz achten und Gütesiegel genau anschauen.

So möchte man bei Lenovo bisher nicht auf die Verwendung von Flammschutzmitteln wie PVC oder verbromte Bauteile verzichten. Den Vorsatz, bis Ende 2010 diese und ähnliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen, wurde vor kurzem kommentarlos fallen gelassen. Zum Ende des Produktlebenszyklus werden dem Kunden zwar die Möglichkeiten zum Recycling angeboten aber diese werden nur schleppend genutzt. Für die Umwelt stellt das ein erhebliches Problem dar, da der in ein paar Jahren entstehende Elektroschrott von Lenovo besonders gefährlich ist. Und auch die hohe Energieeffizienz, auf die Lenovo so stolz ist, ist nicht für alle Computer und Bildschirme zu haben sondern nur für ausgewählte und insbesondere teurere Modelle. Der umweltbewusste Verbraucher sollte Elektronikartikel an dieser Stelle also besonders Kritisch betrachten.

Andere Hersteller sind da schon wesentlich weiter. So liegen alle Geräte von Samsung schon seit längerem mindestens auf dem „Energy Star“ Niveau oder weit darüber. Auf die besonders giftigen Chemikalien wird verzichtet und gleichzeitig ein hoher Anteil an recyceltem Plastik verarbeitet.

Auf die Spitze treibt Samsung den Öko-Trend mit dem neuen Samsung Blue Earth, einem Handy mit Solarzellen auf seiner Rückseite, das allein durch Sonnenenergie betrieben werden kann. Und sollte mal keine Sonne scheinen, so kann das Handy auch mit dem mitgelieferten Ladegerät versorgt werden. Das wurde übrigens mit einer Energieeffizienz von fünf Sternen ausgezeichnet. Das Gehäuse des Mobiltelefons wurde aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt.

Nokia Handys lassen sich besonders gut recyceln

Nokia Handys lassen sich besonders gut recyceln

Den Klassenprimus des Greenpeace Rankings stellt Nokia, deren Einstellung zum Schutz der Umwelt bereits fester Bestandteil der Firmenphilosophie ist. Während des gesamten Lebenszyklus eines Mobiltelefons wird in jeder Phase versucht eine Umweltverträgliche Lösung zu finden. Die Herstellung sollte mit umweltfreundlichen Materialien geschehen, die besonders effizient eingesetzt werden, während der Produktnutzungsphase sollte der Energieverbrauch besonders niedrig liegen und anschließend müssen Enstsorgungskonzepte, wie Recycling-möglichkeiten vorhanden sein.

Bereits seit 2001 kann man zu jedem Nokia Produkt, sei es ein Handy oder Zubehör, auch eine sogenannte Eco-Declaration downloaden. Hierbei handelt es sich um einen mehrseitigen Bericht im PDF-Format, der Aufschluss darüber gibt auf welche sonst gängigen Chemikalien beim betreffenden Produkt verzichtet wurde und weshalb die Bauart das Produkt besonders leicht recycelbar macht. Damit macht Nokia die ständige Verbesserung der Umweltverträglichkeit der eigenen Geräte zum persönlichen Anspruch.

Grüne Elektronik kann einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Umwelt leisten

Grüne Elektronik kann einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Umwelt leisten

Wie so oft stellt sich bei den besonders umweltfreundlichen Produkten die Frage des Preises. Natürlich kostet das Notebook von Samsung durchschnittlich mehr als das von Lenovo. Man vergisst aber nur allzu leicht, dass der Produktpreis nicht nur auf monetäre Art gezahlt wird. Auch das was wir der Umwelt mit unserem Produktkauf antun, muss auf irgendeine Weise abgegolten werden. Diese Kosten gehen, insbesondere bei der Verwendung hochgiftiger Chemikalien wie Flammschutzmitteln, zu lasten unseres Grundwassers, sowie den Flüssen und Seen.

Manchmal reicht es nur ein paar Euro mehr auszugeben, um einen echten Unterschied zu machen. Und nur so lange umweltschädliche Produkte verkauft werden, werden diese auch Produziert.

Denkt doch beim nächsten Kauf eines Elektronikartikels einfach mal darüber nach.

1 Response to “Grüne Elektronik – Green like an Apple or just a lemon?”


  1. 1 Lukas

    Dann wird mein nächsten Handy wohl von Samsung oder Nokia sein und nicht von Lenovo, wobei ich mir auch so von denen das nicht kaufe… Schlechtes Design, schlechte effizienz.

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