Monthly Archive for November, 2009

Eco-Hotels – eine Reise auf Sparmodus

Der Begriff nachhaltiger Tourismus ist in den letzten Jahren immer wieder in politischen Debatten zu hören und bleibt unverändert aktuell. Gerade in Zeiten, in denen Klimaprognosen nichts Gutes verheißen, macht sich auch der „kleine“ Einwohner seine Gedanken, wie er seinen Beitrag zum Umweltschutz leisten kann. Warum nicht beim Urlaub anfangen? Durch die bedachte Auswahl eines Hotels, das den ökologischen Nachhaltigkeitsgedanken verfolgt und dementsprechend den Hotelbetrieb aus ökologischer Perspektive aufrecht erhält, kann ein Jeder einen kleinen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Die International Ecotourism Society gibt an, dass fast 70 Prozent gewillt sind für ein Hotel mehr Geld auszugeben, wenn es umweltfreundlich agiert, anstatt Eines auf einem niedrigeren preislichen Niveau, das dem Umweltgedanken nicht gerecht wird.

Was bedeutet eigentlich sanfter Tourismus und wie kann man sich das konkret vorstellen?

Zunächst die Definition des Forums für Umwelt & Entwicklung:

“Nachhaltiger Tourismus ist von den Grundsätzen der Erklärung von Rio über Umwelt und Entwicklung und den Empfehlungen der Agenda 21 geleitet. Er muss soziale, kulturelle, ökologische und wirtschaftliche Verträglichkeitskriterien erfüllen. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig, d.h. in Bezug auf heutige wie auf zukünftige Generationen, ethisch und sozial gerecht und kulturell angepasst, ökologisch tragfähig sowie wirtschaftlich sinnvoll und ergiebig”.

(Forum Umwelt und Entwicklung, 1999)

Wie sich daraus entnehmen lässt, soll ein pfleglicher Umgang mit der Natur hergestellt werden, um eine gute Umweltqualität auch in Zukunft gewährleisten zu können.

So haben sich auch die Hotels dieser Welt ihre Gedanken gemacht, wie sie umweltbewusster agieren können. Hotels die sich als Öko-Herberge bezeichnen wollen, müssen einige Kriterien erfüllen, die das Umweltmanagement, die Firmenpolitik, die Schulung der Angestellten, den Einkauf, die Einheimischen und die Bewahrung des Reiseziels selbst betrifft.

Denkbar attraktive, aber aus ökologischer Perspektive schlechte Touristenattraktionen, sind bspw. ein Whirlpool im Iglu oder eine Poollandschaft mitten in der Wüste. Es gibt aber auch beispielhafte Hotels, die durch ein ökologisches Konzept überzeugen und somit immer mehr Reisende anziehen.

Im Folgenden sollen auszugsweise einige Hotels aus der ganzen Welt vorgestellt werden, die mit ihrem Handeln und Denken das Prinzip des sanften Tourismus verstanden haben:

1. Ökoferienanlage Shompole in Kenia

Hier arbeiten einheimische Massais zum Wohle der Gemeinschaft. Das funktioniert, Safari-Touren werden von ehemaligen Jägern organisiert, Massai Frauen verkaufen ihre aufwendigen Handarbeiten an die Touristen. Die erwirtschafteten Einnahmen kommen dem Artenschutz und der Stammesgemeinschaft zu gute. Eine Übernachtung für rund 330 Euro pro Nacht ist zwar nicht billig, aber dafür wird neben hohem Komfort, auch das schlechte Gewissen beruhigt.

2. Mercure Hotel Aufkirchen – umweltfreundlichstes Hotel Deutschlands

Dieses Hotel darf sich seit 1993 mit dem Titel „umweltfreundlichstes Hotel Deutschlands“ schmücken und ist bis ins kleinste Detail vom ökologischen Gedanken getrieben. Die gesamte Beleuchtung im Haus reagiert auf Bewegungsmelder, die Kosmetik ist tierversuchsfrei und es gibt einen Parkplatz mit Aufladestation für Elektroautos. Ein Doppelzimmer kostet zwischen 54 und 249 Euro die Nacht.

3. Das Banyan Tree Phuket in Thailand

Ist eine ehemalige Zinnmine und wurde zum Naturschutzgebiet erklärt, das einen Hotelkomplex beherbergt. Ein Teil der Einnahmen fließen in den Umweltschutz und wird zu Gunsten der Einheimischen der Gemeinschaft gespendet.

4. Das Nihiwatu Hotel auf der indonesischen Sumba Insel

Zeigt wie trotz Tourismus die Kultur und alte Traditionen gehegt werden können. Eingebettet zwischen weitläufigen Reisterassen und tropischen Wäldern, wurde das Hotel seiner Umgebung optimal angepasst und bietet zudem Zugang zu einmaligen Naturstränden. Das Engagement des Hotels liegt im Erhalt der Insel und seiner Bewohner.

Es gibt natürlich unzählige weitere Destinationen, die aus ökologischer Perspektive für jeden umweltbewussten Reisefreund eine Überraschung bereithalten. So dann, eine gute Reise!

Die “grüne” Jeans – eine ökologische Alternative

Man mag es kaum glauben, aber der Öko- und Biotrend zieht sich wie ein roter Faden durch die Konsumgüterindustrie und so ist es nicht verwunderlich, dass es nun auch ökologisch hergestellte Jeansmodelle zu kaufen gibt. Im Grunde ist das aus umwelttechnischen Gründen gar kein schlechter Ansatz, denn die Herstellung einer Jeans belastet die Umwelt weitaus mehr als die Produktion anderer Kleidungsstücke. Der Grund dafür liegt zum Einen an der empfindlichen Baumwollpflanze, die häufig in Monokulturen gepflanzt und mit Chemikalien behandelt wird, um möglichst viele Pflanzen für die Produktion verwenden zu können. Zum Anderen ist der Wasserbedarf bei der Herstellung mit ungefähr 40.000 Litern für eine einzige Jeans enorm! Die Menge lässt sich so begründen, dass diese insbesondere für die aufwendige Waschung einer Jeans nötig ist.

Es geht aber auch anders. Öko-Kleidung ist längst nicht mehr nur für Verfechter der grünen Bewegung tragbar, sondern wird zunehmend zu einer Nische im Markt. Der Öko-Look hält langsam aber sicher Einzug in die Fashion Hot-Spots, von New York bis London war der Trend schon auf den Straßen zu sichten und dürfte sich wohl in naher Zukunft weiter behaupten, denn eine Jeans die den ökologischen Gedanken verkörpert, lässt sich gesellschaftlich ohne Probleme vertreten.

Einige der großen Jeans Hersteller wie 7 for all mankind setzen bereits auf die ökologische Jeansherstellung und erkennen dabei einen wichtigen Punkt. Mit der Jeans auf ökologischer Basis können Hersteller im hart umkämpften Jeans-Markt eine Nische besetzen. Allein der Gedanke das Chemikalien und Pestizide, die bei der Produktion von Baumwolle eingesetzt werden, später durch Schwitzen in die Haut gelangen können, führt dazu das Konsumenten auch bereit sind mehr Geld für eine Öko-Jeans auszugeben. Mit diesen Aussichten sollten sich auch Konsumenten bewusst werden, was ihnen beim Kauf einer Jeans wichtig erscheint. Ist es die preiswerte Jeans, die bereits mehr Länder auf ihrer Produktionsreise durchwandert hat, als ihr späterer Besitzer oder ist es die ökologische Jeans, die ohne moralische Bedenken vertretbar ist?

Grüne Elektronik – Green like an Apple or just a lemon?

Menschen, die sich heutzutage einen neuen PS-starken Sportwagen kaufen, haben gemeinhin den gesellschaftlich Status eines Umweltverschmutzers. Aber was ist mit jemandem, der sich einen iPod oder eine Spielkonsole von Nintendo zulegt?

Elektronikschrott wird zunehmend zum Problem

Elektronikschrott wird zunehmend zum Problem

Die immer größer werdende Masse an anfallendem Elektroschrott wird zunehmend zu einer ernsthaften Belastung für die Umwelt. Der Eine oder Andere wird schon vor einiger Zeit gemerkt haben, dass auch die Apple Produkte vom Grün eines Apfels noch weit entfernt sind. Obwohl sich insgesamt ein breites Umdenken in der Technik-Branche bemerkbar macht, fällt die Geschwindigkeit, mit der die Hersteller versuchen „grüner“ zu werden, sehr unterschiedlich aus.

Im September 2009 hat Greenpeace zum 13. Mal die 18 führenden Hersteller von Computern, Handys, Fernsehern und Spielkonsolen, bezüglich ihrer Einstellung zum Umweltschutz, miteinander verglichen (Greenpeace Guide to Greener Electronics).

Dabei sorgen einige Ergebnisse für Überraschung. So hat Samsung beispielsweise einen guten zweiten Platz belegt wohingegen Acer und HP mit einem 13. und 14. Platz eher am unteren Ende der Liste rangieren. Und das obwohl auch Acer und Co. energiesparende Produkte anbieten.

Lenovo, gerade mal einen Platz vor dem Schlusslicht Nintendo, wirbt auf seiner Webseite sogar mit diversen Gütesiegeln für Energieeffizienz der Produkte, wie dem „Energy Star 4.0“ oder einem Zertifikat von „climate savers“, und trotzdem wurde das Unternehmen von Greenpeace abgestraft. Denn schließlich wird die Umwelt nicht nur durch das Betreiben des Gerätes belastet sondern auch während des Herstellungsprozesses und durch die Entsorgung. Also beim Kauf von Elektrogeräten z.B. bei MediMax immer auf die Energieeffizienz achten und Gütesiegel genau anschauen.

So möchte man bei Lenovo bisher nicht auf die Verwendung von Flammschutzmitteln wie PVC oder verbromte Bauteile verzichten. Den Vorsatz, bis Ende 2010 diese und ähnliche Chemikalien aus der Produktion zu verbannen, wurde vor kurzem kommentarlos fallen gelassen. Zum Ende des Produktlebenszyklus werden dem Kunden zwar die Möglichkeiten zum Recycling angeboten aber diese werden nur schleppend genutzt. Für die Umwelt stellt das ein erhebliches Problem dar, da der in ein paar Jahren entstehende Elektroschrott von Lenovo besonders gefährlich ist. Und auch die hohe Energieeffizienz, auf die Lenovo so stolz ist, ist nicht für alle Computer und Bildschirme zu haben sondern nur für ausgewählte und insbesondere teurere Modelle. Der umweltbewusste Verbraucher sollte Elektronikartikel an dieser Stelle also besonders Kritisch betrachten.

Andere Hersteller sind da schon wesentlich weiter. So liegen alle Geräte von Samsung schon seit längerem mindestens auf dem „Energy Star“ Niveau oder weit darüber. Auf die besonders giftigen Chemikalien wird verzichtet und gleichzeitig ein hoher Anteil an recyceltem Plastik verarbeitet.

Auf die Spitze treibt Samsung den Öko-Trend mit dem neuen Samsung Blue Earth, einem Handy mit Solarzellen auf seiner Rückseite, das allein durch Sonnenenergie betrieben werden kann. Und sollte mal keine Sonne scheinen, so kann das Handy auch mit dem mitgelieferten Ladegerät versorgt werden. Das wurde übrigens mit einer Energieeffizienz von fünf Sternen ausgezeichnet. Das Gehäuse des Mobiltelefons wurde aus gebrauchten Plastikflaschen hergestellt.

Nokia Handys lassen sich besonders gut recyceln

Nokia Handys lassen sich besonders gut recyceln

Den Klassenprimus des Greenpeace Rankings stellt Nokia, deren Einstellung zum Schutz der Umwelt bereits fester Bestandteil der Firmenphilosophie ist. Während des gesamten Lebenszyklus eines Mobiltelefons wird in jeder Phase versucht eine Umweltverträgliche Lösung zu finden. Die Herstellung sollte mit umweltfreundlichen Materialien geschehen, die besonders effizient eingesetzt werden, während der Produktnutzungsphase sollte der Energieverbrauch besonders niedrig liegen und anschließend müssen Enstsorgungskonzepte, wie Recycling-möglichkeiten vorhanden sein.

Bereits seit 2001 kann man zu jedem Nokia Produkt, sei es ein Handy oder Zubehör, auch eine sogenannte Eco-Declaration downloaden. Hierbei handelt es sich um einen mehrseitigen Bericht im PDF-Format, der Aufschluss darüber gibt auf welche sonst gängigen Chemikalien beim betreffenden Produkt verzichtet wurde und weshalb die Bauart das Produkt besonders leicht recycelbar macht. Damit macht Nokia die ständige Verbesserung der Umweltverträglichkeit der eigenen Geräte zum persönlichen Anspruch.

Grüne Elektronik kann einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Umwelt leisten

Grüne Elektronik kann einen erheblichen Beitrag zum Erhalt der Umwelt leisten

Wie so oft stellt sich bei den besonders umweltfreundlichen Produkten die Frage des Preises. Natürlich kostet das Notebook von Samsung durchschnittlich mehr als das von Lenovo. Man vergisst aber nur allzu leicht, dass der Produktpreis nicht nur auf monetäre Art gezahlt wird. Auch das was wir der Umwelt mit unserem Produktkauf antun, muss auf irgendeine Weise abgegolten werden. Diese Kosten gehen, insbesondere bei der Verwendung hochgiftiger Chemikalien wie Flammschutzmitteln, zu lasten unseres Grundwassers, sowie den Flüssen und Seen.

Manchmal reicht es nur ein paar Euro mehr auszugeben, um einen echten Unterschied zu machen. Und nur so lange umweltschädliche Produkte verkauft werden, werden diese auch Produziert.

Denkt doch beim nächsten Kauf eines Elektronikartikels einfach mal darüber nach.