Archive for the 'Deutschland' Category

Bewegungssensoren – die kleinen – großen – Stromsparhelfer

Eine technologische Innovation, die den Energieverbrauch vieler Alltagsgegenstände reduzieren kann, haben zwei Erfinder des Forschungszentrums Karlsruhe, auf den Markt gebracht. Unter dem Namen Sensolute wurde ein Mikro-Vibrationssensor vorgestellt. Dieser lässt sich in vielen Gebrauchsgegenständen integrieren und erkennt Bewegungen oder Erschütterungen. Vor allem in batteriebetriebenen Geräten wie kabellose PC-Mäuse, Fahrradlampen, Fernbedienungen, Navigations- oder Hörgeräten findet der Bewegungssensor seinen Einsatz. Einer der Erfinder dieser innovativen Technik beschreibt den Einsatz des Sensors folgendermaßen: “Bewegt sich das Produkt, auf dem der Sensor befestigt ist, nicht mehr, wird automatisch der Stromfluss unterbrochen.”

Zwischen Idee und Gründung der Sensolute GmbH sind 5 Jahre vergangen. Die Arbeit der Wissenschaftler hat sich aber gelohnt, denn die Mikro-Vibrationssensoren können in einem kostengünstigen und standardisierten Verfahren in großen Stückzahlen hergestellt werden. Die Vermarktung des kleinen Bewegungssensors, der nahezu unzählige Einsatzmöglichkeiten bietet, wurde gut durchdacht und mit Unterstützung des Forschungszentrums Karlsruhe vorangetrieben. Im Inneren des kleinen Energiesparwunders befindet sich eine kleine metallische Kugel, die bei Bewegung zwischen den Kontakten auf- und abrollt und so den Stromkreis schließt. Im Ruhezustand wird der Stromfluss unterbrochen und die Batterie geschont. Gerade rechtzeitig kam dieses Verfahren, denn der Einsatz der herkömmlichen Mikroschalter aus Quecksilber ist aus umwelttechnischen Gründen in ganz Europa seit 2006 verboten. Somit sind die neuen Bewegungssensoren eine dringend notwendige Alternative.

Gerade in der Technologiebranche haben deutsche Unternehmen Aufholbedarf. Das Beispiel Sensolute zeigt, dass technologische Transfers auch in Deutschland möglich sind und aus der Forschung marktfähige Projekte entstehen können. Gerade die große Nachfrage nach technologischen Innovationen, erweckt das Interesse nach der nächsten Generation umweltfreundlicher Geräte. Mit ihrem Konzept haben die Wissenschaftler des Forschungszentrums eine neue Dimension im Bereich der „grünen Technologie“ eröffnet.

Future Dialogue in Berlin – Nur ein weiterer Versuch die Welt zu retten…?

Im ersten Moment klingt es stark nach Fiktion – „Bereits im Jahr 2030 wird das Ökosystem unseres Planeten kollabieren und damit unsere bestehenden Wirtschaftssysteme und den Wohlstand unserer Gesellschaft jäh beenden.“

Zu diesem Ergebnis kommen zumindest die Wissenschaftler, die für den Club of Rome 1972 zum ersten Mal einen Bericht mit dem Titel „Die Grenzen des Wachstums“ (Originaltitel: „Limits to Growth“) verfassten.

Es mag sein, dass Erkenntnisse aus den 70er Jahren verglichen mit dem heutigen Wissensstand mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden sollten. Trotzdem ist das Thema dieser Tage, vielleicht nicht aktueller denn je, aber zumindest wieder stark in den Köpfen der Menschen präsent. Das Überraschende ist, dass es zur Zeit keine Aktivisten von Greenpeace oder Attac sind, die demonstrieren oder sich an Bäume ketten um die Welt zur Vernunft zu mahnen. Es waren stattdessen führende Köpfe aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, die sich am 26. Oktober 2009 zum Future Dialogue zusammengefunden haben, um genau diese Thematik zu diskutieren. Dennis L. Meadows, der wohl bekannteste Autor der „Grenzen des Wachstums“ Studie, war Teil der Runde.

Aber drehen wir die Zeit zum besseren Verständnis noch einmal für ein paar Jahre zurück.

1972 wurden zum ersten Mal Großraumrechner eingesetzt um die Grenzen des natürlichen Wachstums auf unserer Erde zu ermitteln. Hierfür wurden Szenarien unter der Betrachtung von fünf großen Trends erstellt: Industrialisierung, Bevölkerungswachstum, Unterernährung, Ausbeutung von Rohstoffreserven und Zerstörung von Lebensraum.

Mit Hilfe dieser damals technologisch weit fortgeschrittenen Forschungsmethode prophezeiten die Wissenschaftler einen Kollaps der Ökosysteme im Jahr 2100. Man war sich seinerzeit vollkommen im klaren darüber, dass die eingesetzten Messwerte teilweise unzureichend waren. Deshalb wurden auch Szenarien aufgebaut, in denen beispielsweise die natürlichen Rohstoffvorkommen fünf mal größer angenommen wurden, als sie zum gegenwärtigen Zeitpunkt bekannt waren. Am Gesamtergebnis hat das nur wenig geändert.

30 Jahre nach dem ersten Report, wurde ein Update der „Grenzen des Wachstums“ Studie veröffentlicht. Natürlich sind auch diese Ergebnisse alles andere als ermutigend ausgefallen. Und diejenigen, die sich eine leichte Verspätung des Zusammenbruchs unserer Umwelt erhofft hatten wurden schwer enttäuscht. Denn selbst unter allen Anstrengungen, die jetzt und voraussichtlich in Zukunft unternommen werden, liegt die deadline nach wie vor im Jahr 2100. Eine gewisse Validität der Messdaten zeichnet sich also ab. Bei einer Fortsetzung des Lebenswandels der letzten 30 Jahre geben uns Meadows & Co. gerade mal noch weitere 30 Jahre.

Quelle: Dennis Meadows, Future Dialogue: Business, Science and Politics in a Changing World - Berlin, Germany October 26, 2009

Quelle: Dennis Meadows, Future Dialogue: Business, Science and Politics in a Changing World - Berlin, Germany October 26, 2009

Meadows bezieht sich hierbei unter anderem auf den „ökologischen Fußabdruck“. Dieser beschreibt die Auswirkungen des menschlichen Handelns auf den Planeten oder bildlich gesprochen, ob wir überhaupt alle auf diesen einen Planeten „passen“. Würde zum Beispiel jeder Erdenbürger den Lebensstandard eines Durschnittsamerikaners leben, bräuchten wir unseren Planeten in 5-facher Ausführung . Nach Berechnungen des Global Footprint Network verbrauchen wir im weltweiten Durchschnitt innerhalb eines Jahres so viel vom Planeten, wie nur in einem Jahr und vier Monaten nachwachsen oder auf natürliche Weise abgebaut werden kann. Gemäß Meadows ist das Gleichgewicht bereits seit den frühen 1980er Jahren gestört und entwickelt sich seither zunehmend negativ.

Dementsprechend sind dem Wachstum unseres Wohlstands natürliche Grenzen gesetzt, die eines Tages unweigerlich erreicht werden müssen.

Wie die Bevölkerung zu diesem Thema im Zeitverlauf steht, beschreibt der Autor während seiner Eröffnungsrede zum Future Dialoge folgendermaßen:

  • 70er Jahre: Das Wachstum auf unserem Planeten hat keine Grenzen

  • 80er Jahre: Es gibt Grenzen des Wachstums, die aber in weiter Ferne liegen

  • 90er Jahre: Die Grenzen des Wachstums könnten schon bald erreicht werden, aber der Markt wird’s schon richten

  • 2000er: Der Markt kann die vor ihm liegenden Probleme nicht bewältigen. Dafür werden uns neue Technologien ermöglichen die Grenzen des Wachstums so stark zu auszuweiten, dass sich Einschränkungen erübrigen

Im Großen und Ganzen wird man diese Verhaltensweise wohl nur bestätigen können und wer möchte sich schon gerne alltäglich der unbequemen Wahrheit stellen, dass wir allesamt über unsere Verhältnisse leben. Zu allem Überfluss kämpfen wir auch noch mit einer globalen Wirtschaftskrise und müssen doch unsere Präferenzen überdenken, sprich den Umweltschutz für ein paar Jahre hinten anstellen.

Glücklicher Weise ist dem nicht ganz so. Ein Umdenken hat in Teilen der Wirtschaft längst stattgefunden. Der Future Dialogue, an dem 300 hochrangige Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, darüber diskutieren, wie eben diese einzelnen Bereiche besser miteinander kommunizieren können um eine engere Kooperation zu erreichen, wurde unter anderem von Siemens ausgerichtet. Siemens Vorstand Peter Löscher selbst war Wortführer während der Veranstaltung.

Es zeichnet sich zunehmend ab, dass nachhaltiges Wirtschaften mehr als nur eine leere Floskel ist. Siemens wird nach eigenen Angaben im kommenden Jahr kräftig an den regenerativen Energien verdienen. An dieser Stelle ist es also doch der Markt, der zur Problemlösung beiträgt.

Quelle: Dennis Meadows, Future Dialogue: Business, Science and Politics in a Changing World - Berlin, Germany October 26, 2009

Quelle: Dennis Meadows, Future Dialogue: Business, Science and Politics in a Changing World - Berlin, Germany October 26, 2009

Aber wurde dieser Markt nur künstlich von den Regierungen dieser Welt geschaffen um Unternehmen Anregungen zum Umweltschutz zu geben? So ist Deutschland mittlerweile führend in den Technologien rund um Photovoltaik und Solaranlagen. Wie sich zeigte aber hauptsächlich deshalb, weil die Subventionen vom Staat gewaltig sind und auch entsprechend ausgenutzt werden. Die Politik diskutiert bereits angestrengt darüber wie ein Ausstieg aus den bestehenden Verträgen mit der Solarindustrie vorzeitig möglich wäre, da die Kosten längst jeglichen Rahmen sprengen.

Lässt sich daraus also folgern, dass sich ein nachhaltiges Wirtschaften nur für einige Firmen auf natürlichem Wege profitabel umsetzen lässt? Oder ist es wirklich so, dass die nötigen Umweltfreundlichen Technologien längst vorhanden sind und lediglich breit eingesetzt werden müssten (Peter Löscher)? Vielleicht ist es die Ermangelung von Kommunikation und Kooperation zwischen den einzelnen Gremien aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, die ein Fortkommen und Umdenken der Gesellschaft bremst. Veranstaltungen, die so ernsthaft wie der Future Dialogue geführt werden, könnten zukünftig zeigen welches Potential noch nicht ausgeschöpft wurde.

Und trotzdem scheint die Gesellschaft an dieser Stelle außen vor gelassen. Schließlich ist es am Ende doch jeder einzelne, der seinen Beitrag leisten muss.

Glaubt man Menschen wie Dennis Meadows läuft uns die Zeit in rasender Geschwindigkeit davon. Und trotz der vielen harten Fakten, die er präsentiert, kann sich kaum jemand das baldige Ende der Welt überhaupt vorstellen. Was nicht sonderlich verwundert, wenn sich tausende Menschen von Gefahren bedroht sehen, die von wesentlich unmittelbarer Natur erscheinen, wie zum Beispiel den Verlust ihres Arbeitsplatzes, dank einer Wirtschaftskrise.

Noch weniger verwundert das leichte Desinteresse, wenn man bedenkt seit wie vielen Jahren diese Diskussionen schon geführt werden. Dabei werden zwar regelmäßig Fortschritte erzielt, gleichzeitig scheinen diese von aufstrebenden Schwellenländern wie China aber sofort wieder zunichte gemacht. Die Ermüdung tritt ein, man wendet sich anderen Problemen zu.

Aber die Frage am Ende bleibt: Wie werden die nächsten 10, 20 oder 50 Jahre aussehen? Und was werden die gestaltenden Kräfte in dieser Zeit sein? Können Wirtschaft, Wissenschaft und Politik überhaupt eine Kehrtwende erzwingen, ohne den weltweiten Rückhalt in der Bevölkerung? Oder wird die Erde letztlich doch noch in diesem Jahrhundert im Chaos versinken?

Es gibt zweifelsohne viele Menschen, die gegen dieses Szenario ankämpfen. Und noch mehr Menschen, die dem Thema annähernd gleichgültig gegenüber stehen.

Die Zeit wird zeigen was passiert.

2009 by King Features Syndicate, Inc. World rights reserved.

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Ökolonomisch – grüne Innovationskraft in Deutschland!?

Ökologische Geschäftsideen zur Erreichung ökonomischer Ziele

Immer mehr Unternehmen jeder Art in Deutschland stellen sich ihrer Verantwortung gegenüber unserer Umwelt – ein In-Thema und doch mittlerweile fast ein alter Hut.

Doch welche Überzeugungen stecken hinter den Aktivitäten vieler Unternehmen? PR oder echte Anliegen? Fähnchen im Wind oder tiefgreifende Umbrüche im ökonomischen Denken? Häufig sind die Motive undurchsichtig und die Beurteilung schwierig.

Gleichzeitig kann ein Umdenken nicht von den Spitzen der Pflanze verordnet werden – es muss bis in die Wurzeln gehen. In einer individualistischen, selbstbestimmten Gesellschaft resultiert das akzeptierte Geschäftsgebaren aus den Überzeugungen und Verhaltensweisen der Menschen. So machen in einem Unternehmen alle Mitarbeiter dessen Kultur aus. Die besten Ansätze des nachhaltigen Wirtschaftens laufen Gefahr als PR-Maßnahmen in den Tiefen der Budgets ein trauriges Dasein zu fristen, wenn die Mitarbeiter in einem Unternehmen die Überzeugungen und Ziele nachhaltigen Handelns nicht teilen. Denn nur wenn das der Fall ist, ergibt sich langfristig die Einheit aus reellen ökologischen und ökonomischen Verbesserungen sowie einer authentischen Wirkung nach Außen.

Die Verantwortung gegenüber der Umwelt sollte somit im Idealfall tief im Selbstverständnis eines Unternehmens und jedes seiner Mitarbeiter verankert sein.

Man kann nicht von jedem Unternehmen ein sofortiges, derart tiefes Umdenken verlangen. Unternehmenskultur ist ein organisches Geflecht das – einmal gesetzt – viel Zeit für Veränderungen braucht. Einfacher haben es da jüngere Unternehmen, deren Kultur sich entwickelt und noch wächst. Noch einen Schritt weiter findet man heutzutage vermehrt Unternehmen, bei denen die Verbindung von ökologischen und ökonomischen Zielen im Handeln ein Teil ihrer ,raison d‘être‘ ist. Unternehmen, die nicht nur auf den Trend-Zug aufspringen sondern deren Geschäftsmodelle bereits auf ökologischen Zielfunktionen basiert. Diese Unternehmen machen sich ohne Zweifel den steigenden Nachhaltigkeits-Trend zu Nutze und punkten damit nicht nur bei Kunden und Partnern, sondern können auch auf politische Unterstützung hoffen. Sie zeichnen sich aber auch automatisch durch eine intrinsische Unternehmenskultur nachhaltigen Wirtschaftens aus.

Besonders in den USA gibt es bereits eine Vielzahl von Geschäftsmodellen mit ökologischem Fokus. Ein Beispiel ist Green Concierge Travel, eine Art grüner Reise-Coach. Für jegliche Art von Reisen findet man hier Angebote und Tipps für ökologisches Reisen. ,Ecotravel‘ und ,Ecotourism‘ heißt die Devise. Im Vordergrund hierbei steht nicht nur das Reisen selbst, sondern auch die Möglichkeit am jeweiligen Zielort wie Zuhause Unternehmen zu unterstützen, die einen ökologischen Lebensstil unterstützen – vom umweltfreundlichen Reinigungs-Service ohne giftige Chemikalien, bis zum Restaurant, das ausschließlich auf lokale Erzeuger zurück greift. Aber auch hierzulande stehen die Zeichen gut, solche Dienstleistungen auch in Deutschland weiter zu etablieren. Nicht zuletzt ist Deutschland eines der „grünsten“ Länder. Im Pendant zu Green Concierge Travel steht mit einer ähnlichen Geschäftsidee das Unternehmen Colibri Umweltreisen. Dies kompensiert die Klimabilanz von Flugreisen durch Baumpflanzungen: bei einem Flug innerhalb Europas werden 50 Bäume pro Person gespendet, bei einem Langstreckenflug 100 Bäume pro Person.

Viel unternehmerische Energie in Deutschland zielt darauf ab ökologische Grundsätze mit ökonomischen Zielsetzungen zu verbinden. Ich habe mich viel mit diesem Thema beschäftigt, aber mich würde interessieren, welche Unternehmen Ihr vielleicht noch kennt, die solch einen Ansatz in ihrem Geschäftsmodell verfolgen.

Ich würde mich freuen Kommentare von Euch zu diesem Thema zu bekommen und bin sehr gespannt auf Eure Meinung und die Firmen, die Ihr noch kennt.

Zeigt mir die ökolonomische Innovationskraft Deutschlands!

Nur Barfuß ist natürlicher – Schuhe recyceln sich selbst

„Man soll immer auf die Schuhe achten, die man trägt, weil es fast alles über einen verrät.“ Gemeint hat die Hamburger HipHop-Gruppe Doppelkopf auf ihrer 1999 erschienenden Debüt-Platte „Von Abseits“ sicherlich etwas anderes. Dennoch hat der Kern auch 10 Jahre später noch Bestand. Sagt doch die Wahl des Schuhwerks sehr viel über Attitüden, Wesen und Charakter der Menschen aus. Schuhe spiegeln jedoch auch stets den jeweiligen Zeitgeist wider, dem sie in manchen Fällen gar einen eigenen Stempel aufdrücken können: berühmte Beispiele sind die Modelle Nike Air Max, Adidas Superstars oder Chucks, die alle zu ihrer Zeit das Lebensgefühl einer Generation ausdrückten. Letztere werden beizeiten mit Schmunzeln über vergangene Leggins- Fehltritte für diverse Kostüme an Karneval rausgeholt, feiern gleichzeitig aber alle 10 Jahre ein Revival und prägen das Straßenbild der Metropolen. So etwa Anfang der 70er Jahre, als Mick Jagger in Chuck Taylor All Stars heiratete oder Anfang der 90er, als die Anhänger des Grunge und Punks die Treter in allen möglichen Variationen zur Schau stellten. Ausgangspunkt des jüngsten Chuck-Auflebens stellten laut Mode-Kennern im Sommer 2007 die Auftritte der Vogue-Chefredakteurin Carine Roitfeld bei Modeschauen in Mailand dar, bei denen sie in goldenen Chucks die Aufmerksamkeit auf sich zog.

Schuhe stehen folglich für etwas, was Menschen in irgendeiner Form beschäftigt, mindestens jedoch etwas angeht. Mit diesem Gedanken haben sich Hersteller von Schuhen nun an das Thema „umweltverträgliche Schuhe“ gewagt. Das Thema passt ins Zeitgeschehen, in dem kein Tag vergeht, ohne das von Klima, regenerativen Energieformen oder Ressourcenknappheit öffentlich debattiert wird. Die ersten Schuhmarken wie etwa El Naturalista oder Vagabond haben ihre Produktionskette bereits komplett auf widerverwertbares Material umgestellt. Die verwendeten Materialien werden vom Schnürriemen bis zum Karton regenerativ hergestellt. Hierbei werden Energien und Ressourcen etwa durch Reduzierung von Abfallmengen und Rückgewinnung von Lösungsmitteln eingespart. Weitere Hauptbestandteile sind reines Kork, natürliche Färbemittel und Naturgummi. Bei der Innensohle wird neben chromfreiem Velours auch Kokosnuss verarbeitet. Die Schnürbänder bestehen aus reiner Baumwolle und das El Naturalista-Etikett wurde manuell in die Sohle eingenäht. Viele Schuhproduzenten werden dem Beispiel folgen – mit entsprechend positiven Auswirkungen für die Natur. Nur Barfußgehen wir künftig noch natürlicher sein.

Der Abrieb kommt bestimmt – nur lässt er sich hinauszögern! Ökologische Ansätze der Reifen-Industrie

Für Autotüftler ähnelt das Prozedere im Allgemeinen dem Schuhkauf bei Frauen – die Anschaffung von Reifen für ihr mobiles Gefährt unterliegt auf fast rührende Art und Weise dem Primat des Glanzes und der Schönheit. Je breiter und robuster der Reifen und je glänzender die Felgen, so scheint es, desto mehr „Hingucker“ wird der Autonerd auf den Straßen auf sich lenken können. Was wäre nur, wenn Reifen nicht mehr nur nach Breite und Bombast ausgewählt würden, sondern nach dem Credo der Umweltverträglichkeit? Würden führende Reifenanbieter wie Euromaster, Stop+Go, Point S, Vergölst oder Reiff mit diesem Attribut buchstäblich gut fahren?

Bereits seit langem ist erwiesen, dass die Reifenwahl erheblichen Einfluss auf Umweltfaktoren ausübt. So bemisst sich der Benzinverbrauch unmittelbar nach der Beschaffenheit der Pneus. Schon mit dem Physik-Verständnis einer 8. Schulklasse lässt sich verstehen, dass größere und breitere Reifen mehr Fahrbahnkontakt besitzen und damit mehr Reibung erzeugen, als klein-kalibrige Rundungen. Mehr Reibung bedeutet: proportional mehr benötigte Kraft und widerum mehr Kraftstoff, der verbraucht wird, um der Deutschen liebstes Gefährt durch den Verkehr zu lenken. Zudem erhöhen breite Reifen die Querschnittsfläche eines Autos, wodurch der Luftwiderstand steigt. Die Quintessenz: ein geringerer Rollwiderstand auf der Straße vermindert den Spritverbrauch. Den größten Einfluss darauf hat die Fahrweise.


Klimaschonung sieht anders aus: Extrembeispiel Monster-Trucks

Klimaschonung sieht anders aus: Extrembeispiel Monster-Trucks

Doch nicht nur der mittelbare Energieverbrauch durch bestimmte Bereifung und Fahrattitüde spielen eine Rolle, sondern auch der unmittelbare Abrieb ist ein ökologisches Thema, über das es sich nachzudenken lohnt. Herkömmliche günstigere Reifen enthalten einen erhöhten Gehalt an krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (kurz: PAK) auf. Rund fünf Prozent des Luft-PAK-Gehalts in Städten sind auf Reifenabrieb zurückzuführen. Seit etwa einem Jahrzehnt beschäftigen sich Chemiker mit der bestmöglichen Zusammensetzung von Reifen. Das Ergebnis: Nanopartikeln vermindern Abrieb und  steigern damit Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit deutlich. Aber auch alternative Zusammensetzungen von Reifen, etwa durch Verwendung nicht-aromatischer Öle, lassen die Umweltverträglichkeit von Bereifungen deutlich steigen. Der finnische Hersteller Nokian Tyres war Pionier als es darum ging, die Nutzung krebserregender Öle nicht nur im Laufflächengummi, sondern im ganzen Reifen auf null zu reduzieren.

Doch die Marktdurchdringung solcher Reifen ist bis dato noch nicht in Sicht. Daher gilt weiterhin die Maxime: Pneus, seien es Winter- oder Sommerreifen, sollten bei Anschaffung das dritte Gebrauchsjahr nicht überschritten haben. Damit Verbraucher beim Kauf nicht getäuscht werden, versieht man Reifen mit einer vierstelligen sogenannten DOT-Nummer. “0100″ bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der 1. Woche des Jahres 2000 produziert wurde. Winter- und Ganzjahresreifen haben die zusätzliche Bezeichnung “M+S”.

Green Tire Technology

Green Tire Technology

Das Thema Umweltverträglichkeit bei Reifen geht aktuell auch in politsichen Sphären um und beschäftigt zum Beispiel die Europäische Union. Die Beamten in Brüssel prüfen gerade die Einführung von Energieeffizienzklassen für Bereifungen wie man sie bereits von Elektrogeräten kennt. So sollen detaillierte Angaben zu den Parametern Treibstoffeffizienz, Umweltbelastung, Nässehaftung und Messwert für Abrollgeräusche Verbrauchern auf dem Weg hin zu bewussten Kaufentscheidungen unterstützen. 2012 soll eine entsprechende Richtlinie in Brüssel verabschiedet werden. Zusätzlich soll ein Verbrauchsrechner die Möglichkeit bieten, für jeden Reifen den entsprechenden langfristigen Treibstoffverbrauch zu errechnen. Das Gesamtpaket soll am Ende für eine Reduktion von Abgasen führen, die einem Rückgang des Straßenverkehrs um etwa 1,3 Millionen Fahrzeugen entspricht.

In den kommenden Wochen werden viele Deutsche die Bereifung ihrer Fahrzeuge wieder auf entsprechendes Winterwetter umstellen. Sie sollten dabei bedenken, dass verschleißarme Reifen dabei als weniger belastend für Böden, Luft und Gewässer gelten. Doch auch Geräusche, die von Reifen ausgehen, können die Umwelt belasten. Sie reichen bei einer Geschwindigkeit von 80km/h auf genormtem Asphalt von 69,9 bis 73,2 Dezibel – wobei eine Erhöhung von drei Dezibel einer Verdopplung der Lautstärke bedeutet. Zudem profitieren Autobesitzer finanziell und ökologisch von einer Langlebigkeit ihrer Reifen. Ökologische Belange sollten auch bei der Pneus-Wahl zum zentralen Entscheidungskriterium gehören – damit das Weltklima nicht bald in der letzten Reifen-Rille fährt.

A, A+ und A++ – nicht nur im Bankwesen eine sichere Investition

Die Anschaffung eines Kühlschranks kann zuweilen anstrengend sein. Nicht zuletzt die Auswahl nach einem geeigneten Kühlgerät wird beim ein oder anderen Verbraucher den subtilen Sinn nach einer Rückkehr zur Planwirtschaft stellen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur GmbH achten Verbraucher beim Kauf eines Haushaltsgerätes verstärkt auf den Energieverbrauch: für 95 Prozent der Befragten ist die Energieeffizienz bei der Anschaffung eines neuen Kühlschranks ein „sehr wichtiges“, mindestens jedoch ein „eher wichtiges“ Kaufkriterium. Auch bei der Internationalen Funkausstellung 2009 in Berlin war das Thema, gerade bei den sogenannten Weißwaren, allgegenwärtig.

Von A++ bis G: Energieeffizienz-Label

Von A++ bis G: Energieeffizienz-Label

Eine verstärkte Aufmerksamkeit in Punkto Energieverbrauch lohnt sich am Ende einer Energieabrechnungsperiode in jedem Fall – für den Verbraucher, letztlich aber auch für die Umwelt und die Idee einer nachhaltigen Gesellschaft. Ein Neugerät zu beschaffen, das unterhalb der Energieklasse „A“ liegt, wäre heutzutage damit zu vergleichen, ein Automobil ohne Katalysator zu erwerben. Beide Anschaffungen wären zwar in der Anschaffung günstig, in der langen Frist jedoch gesellschaftlich wie monetär ein Fiasko.

Derzeit stehen in deutschen Haushalten rund 54 Millionen stromfressende Geräte, die nicht über die höchsten Effizienzklassen A, A+ oder A++ verfügen – derzeit für die öffentliche Meinung und die Haushaltsgerätehersteller Grund genug, nach der „Umweltprämie“ für Autos, eine selbige für Haushaltsgeräte zu fordern. Nach Angaben eines Vorstandsmitglieds des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI im Vorfeld der IFA, sind Verhandlungen mit dem Bundesumwelt- und -wirtschaftsministerium in vollem Gange. Vorreiter sind hier Italien und Japan, die bereits mit Verschrottungsprämien Tausch-Anreize für Altgeräte-Besitzer setzten. Auch die österreichische Regierung hat jüngst ein Budget von 2,5 Millionen Euro bereitgestellt, um Verbrauchern für den Erwerb eines Haushaltsgerätes mit der Energieplakette „A++“ bei gleichzeitiger Rückgabe ihres alten Gerätes bis zu 100 Euro zu vergüten – gar rückwirkend zum 1. September 2009.

Kühlschrank-Friedhof: Abwrackprämie für Kühlschränke?

Kühlschrank-Friedhof: Abwrackprämie für Kühlschränke?

Kühl- und Gefrierschränke machen in der Regel bis zu einem Fünftel des Energieverbrauchs eines normalen Haushalts aus – und fungieren somit als Spitzen-Stromfresser. Der Kauf energieeffizienter Geräte kann diesen Anteil drastisch vermindern. Natürlich sind diese auf Grund evolutionierter Technologie zunächst einmal teurer in der Anschaffung. Jedoch amortisieren die Einsparungen auf der Energieabrechnung die Mehrkosten bei der Anschaffung nachweislich und zeitnah. Vielleicht würde eine plakativere Darstellung der tatsächlichen Ersparnis an Hand von konkreten Zahlen auf dem entsprechenden Label für eine höhere Sensibilisierung der Verbraucher für das Thema „Energieeffizienz“ sorgen. Ein Hauptkriterium beim beschaffenden Besuch des mal mehr, oft weniger nahegelegenen Media Markts, Saturns oder Expert Fachmarkts sollte in jedem Fall der Energieverbrauch des jeweiligen Gerätes sein. Denn Ratings von A bis A++ sind nicht nur im Bankwesen eine sichere Investition.

Die Deutsche Bank setzt Maßstäbe – diesmal nicht in Punkto Eigenkapitalrendite

Hätte man noch ein Symbol für die Größe, die Macht und die Imposanz eines der erfolgreichsten Bankhäuser der Welt gebraucht – das Hauptquartier der Deutschen Bank im Westend Frankfurt am Mains hätte den letzten Beweis erbracht. Die beiden spiegelsymmetrischen Türme mit ihrer Spiegelfassade dominieren die wohl bekannteste Skyline der Bundesrepublik, und fungieren als Herberge der konstanten Erfolgsgeschichte der Investmentbank.

Das seit 1984 in Gebrauch befindliche Gebäude bietet Platz für 2.500 Mitarbeiter und ragt 155 Meter in den Himmel der Bankenmetropole. Es wurde nicht ursprünglich für die Deutsche Bank errichtet – geplant war eine Wohn- und Büroimmobilie. Während der Bauphase entschied sich die Führung des Kreditinstituts für den Kauf des für damalige Verhältnisse pompösen Hochhauses. Doch die im Volksmund auch als „Soll und Haben“ bezeichneten Türme sind spätestens seit Anfang des neuen Jahrtausends in die Jahre gekommen. Als 2006 bekannt wurde, dass die Türme in Folge veränderter Brandschutzvorschriften zwingend umgebaut werden müssten, entschlossen sich die Verantwortlichen um CEO Josef Ackermann zu einer Runderneuerung der beiden Gebäude. Die Vision der „Greentowers“ war geboren. Seitdem wird mit großem Bauaufwand an diesem Wahrzeichen eines ressourcenschonenden und hochtechnologischen Arbeitsumfeldes gearbeitet. Schon 2010 sollen die für die Bauarbeiten umgesiedelten Mitarbeiter des Hauptquartiers die neuen Arbeitsplätze beziehen dürfen. Sie werden eines der ökologisch nachhaltigsten Bürogebäude der Welt vorfinden, das ein deutliches Zeichen in Richtung nachhaltiges Unternehmertum setzen wird.

Die Selbstverpflichtung der Bank, dem Thema Nachhaltigkeit auch geschäftspolitisch eine wesentliche Bedeutung zuzusprechen, geht bereits ins Jahr 1999 zurück. Als erste Bank weltweit ließ man das Nachhaltigkeitsmanagementsystem nach ISO 14001 zertifizieren. Zudem war die Deutsche Bank Erstunterzeichner des UN Global Compact zur Umsetzung universeller Umwelt- und Sozialprinzipien. Sind die Investitionen von rund 200 Millionen Euro für den Umbau der Firmenzentrale folglich nur logische Konsequenz? Nein, denn das Projekt der Deutschen Bank geht weit über das hinaus, was man eine normale und zeitgemäße Modernisierung nennen kann. Die Ziele, die mit den höchst energieeffizienten „Greentowers“ angestrebt werden, sind geradezu atemberaubend.

Eine hochisolierende Dreifach-Verglasung und Dämmung sorgt für eine Reduzierung der Heizenergie, die dem jährlichen Verbrauch von rund 750 Einfamilienhäusern entspricht. Doch damit nicht genug: es wird ein Energiespeichersystem für Heizung und Kühlung installiert, das auf Heiz- bzw. Kühldecken basiert, Wärmerückgewinnung ermöglicht und stromintensive mechanische Lüftung vermeidet. Trotzdem bleibt die Möglichkeit, jedes zweite Fenster des Gebäudes zu öffnen, um eine natürliche Luftzirkulation, und damit das Wohlbefinden der Mitarbeiter, sicherzustellen. Auch die Stromversorgung des Gebäudes wird penibel und hocheffizient gesteuert. So wird es nur dort Beleuchtung geben, wo und, vor allem, wann es nötig ist – Tageslicht wird durch intelligente Lösungen optimal genutzt. Die Kompaktheit der neuen Haustechnik sorgt zusätzlich für eine erhöhte Flächeneffizienz – die Banktürme gewinnen etwa 850 Quadtratmeter an Bürofläche hinzu. Es ist also Raum für etwa eine Aufstockung des Personals oder eine flexible und somit komfortable Raumnutzung. Ebenso imposant und ein Zeichen dafür, dass es den Verantwortlichen mit ihrem Effizienzpostulat tatsächlich ernst ist: Eine neue Aufzugstechnik, die nicht nur zu einer Erhöhung der Transportkapazität, sondern auch einer Verminderung von Wartezeiten führt, sorgt dafür, dass je nach Last und Fahrtrichtung zusätzlich Strom erzeugt wird. In Punkto Wasserversorgung wird bei der Deutschen Bank ab 2010 zunehmend auf hausinterne Wasserregulierung gesetzt, die durch einen weitestgehend geschlossenen Kreislauf bestimmt wird. Die Regenwasseraufbereitung, der Einbau wassersparender Systeme oder die Gewinnung des Warmwasserbedarfs aus solarthermischen Anlagen setzen ein deutliches Zeichen in Richtung künftiger Einsparpotenziale auch anderer Unternehmen.

Sogar die Abbruch- und Rückbauarbeiten selbst werden unter höchsten Nachhaltigkeits-gesichtspunkten vorgenommen: nur 2 Prozent der 30.500 Tonnen Abbruchmaterial werden entsorgt. Der Rest wurde auf verschiedene Weise für die Renovierung wiederverwendet. Dazu passt das mittelfristige Ziel, die Geschäftstätigkeit der rund 80.000 Mitarbeiter in 75 Ländern bis 2013 komplett klimaneutral zu gestalten. Die Energieeffizienz aller Immobilien der Deutschen Bank wird in den nächsten Jahren kontinuierlich verbessert.

Unter der Ägide des Mailänder Design- und Architekturbüros „Mario Bellini Architects“ setzt die Deutsche Bank mit ihrer architektonischen und energetischen Neugestaltung der Geschäftszentrale unter ökologischen Nachhaltigkeitskriterien neue Maßstäbe. Die Mitarbeiter werden zukünftig maximal die Vorzüge des Gebäudes genießen können: ihre Büros werden nach modernen Erkenntnissen umgebaut – von Raumaufteilung bis Raumklima. Dafür ist Mario Bellini höchst persönlich verantwortlich. Ziel ist es zudem, mit den neu geschaffenen begrünten Außenanlagen, dem für jedermann geöffneten Art Café, der Ausstellung der hausinternen Kunstsammlung sowie einer verbesserten Verkehrsanbindung, den Dialog zwischen Mitarbeitern und Besuchern zu ermöglichen.

Durch Nutzung erneuerbarer Energien, Ressourceneffizienz, intelligenter Gebäudetechnik und einer anspruchsvollen Architektur schafft das erfolgreichste Geldinstitut der Bundesrepublik optimale Arbeitsbedingungen, was langfristig den Erfolg der Deutschen Bank als Erfolgshebel dienen wird. Darüber hinaus wird dieser aktive Beitrag zum Klimaschutz zu einer vermeintlich positiven Imageentwicklung des von ihrem ambitionierten und erfolgreichen, sich jedoch öffentlich kommunikativ oftmals auf dünnem Eis bewegenden, Vorstandschef gesegneten Bankhauses führen. Die Investitionen werden sich langfristig auszahlen – für die Bank und die Umwelt.

Heute schon geforestelt? Der Stand der grüneren Suchmaschinen August 2009

Es steht außer Frage, dass Suchen im Web deutlich zu unseren CO2 Emissionen beiträgt. Durch die Nutzung des Internets, die Erstellung seiner Infrastruktur und deren kontinuierliche technische Unterstützung wird Strom verbraucht. Und während die Nutzerzahl des Internets immer weiter wächst, stehen die Chancen auf einen Rückgang der Emissionen eher schlecht.
Vielleicht sagen Euch „Forestle“, „Znout“ oder „Blackle“ etwas? Diese sind Beispiele der Generation der „Grünen Suchmaschinen“. Sei es das Pflanzen eines Baumes, das Spenden für Umweltorganisationen oder das Schwarzfärben des Bildschirms – diese Suchmaschinen lassen ihre Nutzer mit dem sauberen Gewissen Suchabfragen durchführen, dass die negativen Wirkungen ihrer Suche auf die Umwelt dabei vermindert werden.

Forestle wurde 2008 von Christian Kroll gegründet und bezeichnet sich als eine unabhängige, nicht-profitorientierte Webseite, deren Ziel es ist, mit dem durch Werbung generierten Umsatz Regenwaldflächen zu retten. Die Suchmaschine pflegt eine Partnerschaft mit Yahoo, von denen  sie ihre Suchergebnisse und Werbung auf der Seite generieren. Die Einnahmen aus dieser Werbung (90% wenn man die Administrationskosten abzieht) wird an das  „Adopt an Acre“- Programm der Partnerorganisation „The Nature Conservancy“ weiter gegeben. Die Spenden aus dem  Programm werden genutzt, um Regenwaldflächen zu erhalten . Wenn die Zahlen stimmen, dass jährlich durchschnittlich ca. 1.000 Suchabfragen pro Person ausgeführt werden und dass bei jeder Abfrage auf Forestle 0,1m² Regenwaldfläche geschützt wird, kann jeder Nutzer ungefähr 100m² Regenwald kostenlos retten, indem er bei dieser „grünen Suchmaschine“ sucht. Berichte über den Stand der Spenden werden monatlich auf der Seite veröffentlicht – und wenn man die Zahlen betrachtet, wirken sie überaus positiv. Allein im Juli wurden 371.561m² Regenwaldfläche gerettet – eine Verzehnfachung innerhalb von 6 Monaten, verglichen mit den Zahlen vom Februar..

Znout – „Zero Negative Output“ – kann „als Schwester-Suchmaschine“ von Forestle bezeichnet werden und hat eine Partnerschaft mit Google. Christian Kroll, der Erfinder von Forestle, gründete Znout zum einem Zeitpunkt, an dem  Google die ursprüngliche Partnerschaft mit Forestle gekündigt hatte. Mittlerweile existieren beide Suchmaschinen nebeneinander. Znout bietet seinen Benutzern allerdings eine „CO2-neutrale“ Suche, indem  Zertifikate für erneuerbare Energien gekauft werden, um den vom Suchen produzierten CO2-Ausstoß auszugleichen. Laut Statistik wurden bereits über 5.135.013 Watt-Stunden „grün gemacht“ – eine Verminderung des Ausstoßes um mehr als 2.568 Kilogramm CO2. Darüber hinaus haben Znout-Nutzer die Möglichkeit, ihren Bildschirm schwarz zu färben, um den Stromverbrauch um bis zu 30% zu mindern. Dies spiegelt das Konzept der in 2007 von Heap Media gegründeten Suchmaschine „Blackle“ wider.

Trotz der scheinbar wachsenden Popularität der „grünen Suche“ in Deutschland, wird das Ausmaß der ökologischen Wirkung noch in Frage gestellt. Zum einen muss jede Suchabfrage erst einmal durch  die Partnersuchmaschine berechnet werden, was mehr Energie verbraucht (ca. 60%)als eine direkte Suche bei Yahoo oder Google. Auch wenn dies durch die gegebene Aktion ausgeglichen wird, könnte man schon behaupten, dass es einen effizienteren Weg zum Umweltschutz gäbe. Das Potenzial einer weit-verbreiteten Nutzung des schwarzen Bildschirms darf bestritten werden. War es doch die einfache farbliche und graphische Gestaltung Googles, die zu seiner Monopolstellung im Bereich der Internetsuche in Deutschland geführt hat. Das unbequeme Lesen von weißem Text auf einem schwarzen Hintergrund ist wohl für viele Nutzer ein zu hoher Preis, um die Suchmaschine zu wechseln.

Allerdings existiert die Idee der „grünen Suchmaschine“ und auch Kritiker sind anscheinend der Meinung, dass eine Nutzung nicht schaden kann. Wenigstens werden die generierten Werbeumsätze für etwas Sinnvolles genutzt, was niemand beklagen kann. Es ist wie mit allen derartigen Aktionen: auch wenn die direkte Wirkung begrenzt ist, tragen sie deutlich positiv zur allgemeinen Einstellungen gegenüber dem Thema Umweltschutz bei – ein Thema, deren Wichtigkeit vor allem heute bei jeder Gelegenheit hervorgehoben werden sollte.

Fashion meets Nachhaltigkeit: armedangels

Viele unserer Kleidungsstücke werden in Entwicklungsländern produziert. Die Rohstoffe dafür werden dort meist unter erbärmlichen Bedingungen hergestellt und die Menschen in der Fertigung verdienen so wenig, dass es nur knapp zum Leben reicht. Durch die daraus resultierenden Modeskandale aufgeschreckt, haben sich zwei Freunde vorgenommen, tragbare Streetfashion mit nachhaltigem Lebensstil zu verbinden.

Dazu brauchten sie zuerst einen Partner, der fair produziert und sich auf Baumwolle aus ökologisch verträglicher Landwirtschaft beschränkt. Alle sollten von der Herstellung des Produktes profitieren. Die Bauern, Näher, die Umwelt und selbst die Kunden, die an der Entstehung kreativ mitbeteiligt werden und so außerdem ihre Haut vor Pestiziden schützen. Es wurde eine Produktionsstätte gefunden und mit dem Fairtrade Label auch der passende Partner, um gegen die Mißstände in der Modeindustrie vorzugehen. Die gesamte Kollektion wurde zertifiziert und im Januar 2007 die Social Fashion Company gegründet. Diese brachte im September 2007 die erste Marke auf den Markt: Die armedangels.

armedangels

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Außerdem wird von jedem verkauften Kleidungsstück ein Euro an eines von drei Hilfsprojekten gespendet, wobei der jeweilige Kunde auf der Internetseite selbst entscheiden kann, wohin sein Geld gespendet wird. An Pratham e.V., ein Hilfsprojekt, das sich für die Schulbildung armer Kinder in Indien einsetzt, an Viva con agua, ein Hilfsprojekt, das die Menschen dieser Erde mit Trinkwasser versorgen will, oder an Trinkwasserwald e.V., welche sich mit der Umwandlung von Nadelwäldern in Mischwälder  in Deutschland und die damit einhergehende Verbesserung des Trinkwasser beschäftigen.

Durch Mode von armedangels wird den, an der Produktion beteiligten, Arbeitern ein Leben oberhalb der Armutsgrenze und ohne Ausbeutung ermöglicht. Dieses Konzept überzeugte auch viele Kunden und führte zur stetigen Expansion des Labels. Mittlerweile arbeiten die armedangels mit professionellen Models für ihre Kollektion zusammen und haben jede Menge prominente Unterstützer gefunden. Unter anderem tragen Thomas D, Cosma Shiva Hagen, Jürgen Vogel, Markus Kavka, Charlotte Roche, die Beatsteaks, Sibel Kekilli und 2raumwohnung bereits Mode von armedangels. Schaut auch mal rein, vielleicht ist was für Euch dabei und ihr könnt zum Fairtrade beitragen!