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Die Möbelindustrie macht’s grün!

Wer glaubt, dass es in modernen Industrienationen noch Güter gibt, die nicht per Umwelt-Label als „Green“, „Öko“ oder „Remade“ deklariert werden, wird überrascht – denn es gibt sie tatsächlich noch. Jedoch ist in Zeiten, in denen selbst Mobiltelefone der Branchenführer Nokia und Sony Ericsson recycled werden, um den neuen Bibeln nachhaltiger Ökonomie, wie etwa dem „Leitfaden zur grünen Elektronik“ von Greenpeace, zu entsprechen, die hundertprozentige Wiederverwertbarkeit aller Güter nicht mehr fern. Die Postulate der Umwelt-Lobby haben, begünstigt von Naturkatastrophen und den „Wie bisher geht es mit dem Klima nicht weiter“-Parolen, in den letzten Jahren erfolgreich dazu beigetragen, dass selbst Produkte als umweltverträglich eingestuft werden, bei denen man darüber nicht im Entferntesten nachgedacht hätte.

Öko Control

Öko Control

Das Goldene M

Das Goldene M

Keine Frage: Produkte, die in ökologischer Hinsicht unbedenklich sind, gehören zum Zeitgeist. Dies zu kritisieren ist schlichtweg nicht angebracht. Gibt es doch weitestgehend Konsens darüber, dass alles als wünschenswert gilt, was der Schonung natürlicher Ressourcen dient. Frei nach dem Motto „Gut ist, was nachwächst oder wiederverwertet werden kann“, haben sich auch Möbelhersteller auf diese Entwicklung eingestellt. Möbel sollen möglichst aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen, aus umweltfreundlichen Produktionsprozessen hervorgegangen sein, eine lange Lebensdauer haben sowie in eine Wiederverwertung eingebracht werden können.

Öko-Label schaffen Verbrauchersicherheit

Doch wo Gutes getan wird, entsteht meistens auch das Streben nach Profit und damit verbundener Missbrauch ursprünglich positiver Intensionen. Die Deklarationen „Naturmöbel“ oder „Biomöbel“ haben noch lange nicht zu bedeuten, dass es sich hierbei um nachhaltige Produkte handelt. Entsprechende Qualitätssiegel sorgen für Abhilfe bei Verbrauchern. So kann man bei Holz mit dem Emblem des Forest Stewardship Council davon ausgehen, dass es wirklich kontrolliert angebaut wurde und darin keine Pestizide zu befürchten sind. Darüber hinaus steht das grüne “Öko Control” des Europäischen Verbandes ökologischer Einrichtungshäuser e.V. für hochwertige, schadstoffgeprüfte Möbel aus nachwachsenden Rohstoffen und nachhaltiger Forstwirtschaft. Ein weiterer Verband – die Deutsche Gütegemeinschaft Möbel e.V. – vergibt regelmäßig „Das Goldene M“. Der Zusammenschluss von über 100 Möbelherstellern und Zulieferbetrieben aus dem In- und Ausland beachtet, neben der Langlebigkeit und einwandfreien Funktion des Möbelstücks, zusätzlich die Sicherheit und Gesundheit des Verbrauchers.

Der Blaue Engel

Der Blaue Engel

Auch Baustoffe für Innenräume werden vom „Blauen Engel“ untersucht

Das Bewertungsschema für Bauprodukte des Ausschusses zur gesundheitlichen Bewertung von Bauprodukten (AgBB) dient als Grundlage für die Prüfung weiterer Inneneinrichtungs-Gegenstände. Hierbei werden Ausgasungen flüchtiger organischer Verbindungen (VOC=Volatile Organic Compunds) nach einheitlichen Kriterien untersucht und im Hinblick auf Gesundheitsgefahren für Verbraucher bewertet. Seit 2003 mündeten diese Bemühungen in einem neuen Umweltzeichen des Blauen Engels für Bodenbelagsklebstoffe und andere Verlegewerkstoffe angewandt. Es folgten Vergabegrundlagen für Polstermöbel, Matratzen, elastische Bodenbeläge, Dichtstoffe und textile Bodenbeläge.

Bereits in den 80er Jahren startete hierzulande die Öko-Möbel-Bewegung

Holzschutzmittelskandale und Formaldehyd-Erkrankungen erschütterten in den 80er Jahren die Möbelhändler und -hersteller. In der Folge entwickelte man Kinderzimmer, Schränke und Betten, die ausschließlich aus natürlichem Holz gefertigt waren, das aus europäischen Wäldern stammte und in Deutschland, Österreich oder im nahen europäischen Ausland verarbeitet wurde. Möbelholz hat einen großen Einfluss auf das Raumklima: je mehr Poren die Oberfläche der Massivholzmöbel aufweist, desto stärker nehmen diese Feuchtigkeit aus der Luft auf und geben selbige bei Trockenheit wieder ab. Die vermeintlich gesundheitsschädigende „Möbelatmung“ lässt sich durch Behandlung der Oberflächen mit bestimmten Ölen verhindern – Schmutzpartikel dringen nicht ins Holz. Dadurch können die positiven Eigenschaften des Holzes in direkten Nutzen für den Menschen umgewandelt werden. Je offenporiger das Holz, desto mehr Feuchtigkeit kann es aufnehmen und bei zu trockener Luft gegebenenfalls wieder abgeben.

Verbraucher sollten beim Möbel kaufen in jedem Fall auf gängige Siegel achten. Die Angst, die Ästhetik der Möbel könne unter restriktiven Umweltanforderungen leiden, ist weitgehend unbegründet. Hersteller vemögen die Kombination aus Nachhaltigkeit und Design hervorragend umzusetzen.

Nur Barfuß ist natürlicher – Schuhe recyceln sich selbst

„Man soll immer auf die Schuhe achten, die man trägt, weil es fast alles über einen verrät.“ Gemeint hat die Hamburger HipHop-Gruppe Doppelkopf auf ihrer 1999 erschienenden Debüt-Platte „Von Abseits“ sicherlich etwas anderes. Dennoch hat der Kern auch 10 Jahre später noch Bestand. Sagt doch die Wahl des Schuhwerks sehr viel über Attitüden, Wesen und Charakter der Menschen aus. Schuhe spiegeln jedoch auch stets den jeweiligen Zeitgeist wider, dem sie in manchen Fällen gar einen eigenen Stempel aufdrücken können: berühmte Beispiele sind die Modelle Nike Air Max, Adidas Superstars oder Chucks, die alle zu ihrer Zeit das Lebensgefühl einer Generation ausdrückten. Letztere werden beizeiten mit Schmunzeln über vergangene Leggins- Fehltritte für diverse Kostüme an Karneval rausgeholt, feiern gleichzeitig aber alle 10 Jahre ein Revival und prägen das Straßenbild der Metropolen. So etwa Anfang der 70er Jahre, als Mick Jagger in Chuck Taylor All Stars heiratete oder Anfang der 90er, als die Anhänger des Grunge und Punks die Treter in allen möglichen Variationen zur Schau stellten. Ausgangspunkt des jüngsten Chuck-Auflebens stellten laut Mode-Kennern im Sommer 2007 die Auftritte der Vogue-Chefredakteurin Carine Roitfeld bei Modeschauen in Mailand dar, bei denen sie in goldenen Chucks die Aufmerksamkeit auf sich zog.

Schuhe stehen folglich für etwas, was Menschen in irgendeiner Form beschäftigt, mindestens jedoch etwas angeht. Mit diesem Gedanken haben sich Hersteller von Schuhen nun an das Thema „umweltverträgliche Schuhe“ gewagt. Das Thema passt ins Zeitgeschehen, in dem kein Tag vergeht, ohne das von Klima, regenerativen Energieformen oder Ressourcenknappheit öffentlich debattiert wird. Die ersten Schuhmarken wie etwa El Naturalista oder Vagabond haben ihre Produktionskette bereits komplett auf widerverwertbares Material umgestellt. Die verwendeten Materialien werden vom Schnürriemen bis zum Karton regenerativ hergestellt. Hierbei werden Energien und Ressourcen etwa durch Reduzierung von Abfallmengen und Rückgewinnung von Lösungsmitteln eingespart. Weitere Hauptbestandteile sind reines Kork, natürliche Färbemittel und Naturgummi. Bei der Innensohle wird neben chromfreiem Velours auch Kokosnuss verarbeitet. Die Schnürbänder bestehen aus reiner Baumwolle und das El Naturalista-Etikett wurde manuell in die Sohle eingenäht. Viele Schuhproduzenten werden dem Beispiel folgen – mit entsprechend positiven Auswirkungen für die Natur. Nur Barfußgehen wir künftig noch natürlicher sein.

Der Abrieb kommt bestimmt – nur lässt er sich hinauszögern! Ökologische Ansätze der Reifen-Industrie

Für Autotüftler ähnelt das Prozedere im Allgemeinen dem Schuhkauf bei Frauen – die Anschaffung von Reifen für ihr mobiles Gefährt unterliegt auf fast rührende Art und Weise dem Primat des Glanzes und der Schönheit. Je breiter und robuster der Reifen und je glänzender die Felgen, so scheint es, desto mehr „Hingucker“ wird der Autonerd auf den Straßen auf sich lenken können. Was wäre nur, wenn Reifen nicht mehr nur nach Breite und Bombast ausgewählt würden, sondern nach dem Credo der Umweltverträglichkeit? Würden führende Reifenanbieter wie Euromaster, Stop+Go, Point S, Vergölst oder Reiff mit diesem Attribut buchstäblich gut fahren?

Bereits seit langem ist erwiesen, dass die Reifenwahl erheblichen Einfluss auf Umweltfaktoren ausübt. So bemisst sich der Benzinverbrauch unmittelbar nach der Beschaffenheit der Pneus. Schon mit dem Physik-Verständnis einer 8. Schulklasse lässt sich verstehen, dass größere und breitere Reifen mehr Fahrbahnkontakt besitzen und damit mehr Reibung erzeugen, als klein-kalibrige Rundungen. Mehr Reibung bedeutet: proportional mehr benötigte Kraft und widerum mehr Kraftstoff, der verbraucht wird, um der Deutschen liebstes Gefährt durch den Verkehr zu lenken. Zudem erhöhen breite Reifen die Querschnittsfläche eines Autos, wodurch der Luftwiderstand steigt. Die Quintessenz: ein geringerer Rollwiderstand auf der Straße vermindert den Spritverbrauch. Den größten Einfluss darauf hat die Fahrweise.


Klimaschonung sieht anders aus: Extrembeispiel Monster-Trucks

Klimaschonung sieht anders aus: Extrembeispiel Monster-Trucks

Doch nicht nur der mittelbare Energieverbrauch durch bestimmte Bereifung und Fahrattitüde spielen eine Rolle, sondern auch der unmittelbare Abrieb ist ein ökologisches Thema, über das es sich nachzudenken lohnt. Herkömmliche günstigere Reifen enthalten einen erhöhten Gehalt an krebserzeugenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (kurz: PAK) auf. Rund fünf Prozent des Luft-PAK-Gehalts in Städten sind auf Reifenabrieb zurückzuführen. Seit etwa einem Jahrzehnt beschäftigen sich Chemiker mit der bestmöglichen Zusammensetzung von Reifen. Das Ergebnis: Nanopartikeln vermindern Abrieb und  steigern damit Haltbarkeit und Umweltverträglichkeit deutlich. Aber auch alternative Zusammensetzungen von Reifen, etwa durch Verwendung nicht-aromatischer Öle, lassen die Umweltverträglichkeit von Bereifungen deutlich steigen. Der finnische Hersteller Nokian Tyres war Pionier als es darum ging, die Nutzung krebserregender Öle nicht nur im Laufflächengummi, sondern im ganzen Reifen auf null zu reduzieren.

Doch die Marktdurchdringung solcher Reifen ist bis dato noch nicht in Sicht. Daher gilt weiterhin die Maxime: Pneus, seien es Winter- oder Sommerreifen, sollten bei Anschaffung das dritte Gebrauchsjahr nicht überschritten haben. Damit Verbraucher beim Kauf nicht getäuscht werden, versieht man Reifen mit einer vierstelligen sogenannten DOT-Nummer. “0100″ bedeutet beispielsweise, dass der Reifen in der 1. Woche des Jahres 2000 produziert wurde. Winter- und Ganzjahresreifen haben die zusätzliche Bezeichnung “M+S”.

Green Tire Technology

Green Tire Technology

Das Thema Umweltverträglichkeit bei Reifen geht aktuell auch in politsichen Sphären um und beschäftigt zum Beispiel die Europäische Union. Die Beamten in Brüssel prüfen gerade die Einführung von Energieeffizienzklassen für Bereifungen wie man sie bereits von Elektrogeräten kennt. So sollen detaillierte Angaben zu den Parametern Treibstoffeffizienz, Umweltbelastung, Nässehaftung und Messwert für Abrollgeräusche Verbrauchern auf dem Weg hin zu bewussten Kaufentscheidungen unterstützen. 2012 soll eine entsprechende Richtlinie in Brüssel verabschiedet werden. Zusätzlich soll ein Verbrauchsrechner die Möglichkeit bieten, für jeden Reifen den entsprechenden langfristigen Treibstoffverbrauch zu errechnen. Das Gesamtpaket soll am Ende für eine Reduktion von Abgasen führen, die einem Rückgang des Straßenverkehrs um etwa 1,3 Millionen Fahrzeugen entspricht.

In den kommenden Wochen werden viele Deutsche die Bereifung ihrer Fahrzeuge wieder auf entsprechendes Winterwetter umstellen. Sie sollten dabei bedenken, dass verschleißarme Reifen dabei als weniger belastend für Böden, Luft und Gewässer gelten. Doch auch Geräusche, die von Reifen ausgehen, können die Umwelt belasten. Sie reichen bei einer Geschwindigkeit von 80km/h auf genormtem Asphalt von 69,9 bis 73,2 Dezibel – wobei eine Erhöhung von drei Dezibel einer Verdopplung der Lautstärke bedeutet. Zudem profitieren Autobesitzer finanziell und ökologisch von einer Langlebigkeit ihrer Reifen. Ökologische Belange sollten auch bei der Pneus-Wahl zum zentralen Entscheidungskriterium gehören – damit das Weltklima nicht bald in der letzten Reifen-Rille fährt.

A, A+ und A++ – nicht nur im Bankwesen eine sichere Investition

Die Anschaffung eines Kühlschranks kann zuweilen anstrengend sein. Nicht zuletzt die Auswahl nach einem geeigneten Kühlgerät wird beim ein oder anderen Verbraucher den subtilen Sinn nach einer Rückkehr zur Planwirtschaft stellen. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur GmbH achten Verbraucher beim Kauf eines Haushaltsgerätes verstärkt auf den Energieverbrauch: für 95 Prozent der Befragten ist die Energieeffizienz bei der Anschaffung eines neuen Kühlschranks ein „sehr wichtiges“, mindestens jedoch ein „eher wichtiges“ Kaufkriterium. Auch bei der Internationalen Funkausstellung 2009 in Berlin war das Thema, gerade bei den sogenannten Weißwaren, allgegenwärtig.

Von A++ bis G: Energieeffizienz-Label

Von A++ bis G: Energieeffizienz-Label

Eine verstärkte Aufmerksamkeit in Punkto Energieverbrauch lohnt sich am Ende einer Energieabrechnungsperiode in jedem Fall – für den Verbraucher, letztlich aber auch für die Umwelt und die Idee einer nachhaltigen Gesellschaft. Ein Neugerät zu beschaffen, das unterhalb der Energieklasse „A“ liegt, wäre heutzutage damit zu vergleichen, ein Automobil ohne Katalysator zu erwerben. Beide Anschaffungen wären zwar in der Anschaffung günstig, in der langen Frist jedoch gesellschaftlich wie monetär ein Fiasko.

Derzeit stehen in deutschen Haushalten rund 54 Millionen stromfressende Geräte, die nicht über die höchsten Effizienzklassen A, A+ oder A++ verfügen – derzeit für die öffentliche Meinung und die Haushaltsgerätehersteller Grund genug, nach der „Umweltprämie“ für Autos, eine selbige für Haushaltsgeräte zu fordern. Nach Angaben eines Vorstandsmitglieds des Zentralverbands Elektrotechnik- und Elektronikindustrie ZVEI im Vorfeld der IFA, sind Verhandlungen mit dem Bundesumwelt- und -wirtschaftsministerium in vollem Gange. Vorreiter sind hier Italien und Japan, die bereits mit Verschrottungsprämien Tausch-Anreize für Altgeräte-Besitzer setzten. Auch die österreichische Regierung hat jüngst ein Budget von 2,5 Millionen Euro bereitgestellt, um Verbrauchern für den Erwerb eines Haushaltsgerätes mit der Energieplakette „A++“ bei gleichzeitiger Rückgabe ihres alten Gerätes bis zu 100 Euro zu vergüten – gar rückwirkend zum 1. September 2009.

Kühlschrank-Friedhof: Abwrackprämie für Kühlschränke?

Kühlschrank-Friedhof: Abwrackprämie für Kühlschränke?

Kühl- und Gefrierschränke machen in der Regel bis zu einem Fünftel des Energieverbrauchs eines normalen Haushalts aus – und fungieren somit als Spitzen-Stromfresser. Der Kauf energieeffizienter Geräte kann diesen Anteil drastisch vermindern. Natürlich sind diese auf Grund evolutionierter Technologie zunächst einmal teurer in der Anschaffung. Jedoch amortisieren die Einsparungen auf der Energieabrechnung die Mehrkosten bei der Anschaffung nachweislich und zeitnah. Vielleicht würde eine plakativere Darstellung der tatsächlichen Ersparnis an Hand von konkreten Zahlen auf dem entsprechenden Label für eine höhere Sensibilisierung der Verbraucher für das Thema „Energieeffizienz“ sorgen. Ein Hauptkriterium beim beschaffenden Besuch des mal mehr, oft weniger nahegelegenen Media Markts, Saturns oder Expert Fachmarkts sollte in jedem Fall der Energieverbrauch des jeweiligen Gerätes sein. Denn Ratings von A bis A++ sind nicht nur im Bankwesen eine sichere Investition.

Anacondas nützlicher als allgemein bekannt!

Normalerweise kennt man sie als Schreckgespenst des Amazonas, als Hauptdarsteller schlechter Hollywood-Filme oder aber aus Träumen, aus denen man schweißgebadet aufwacht. Das ausgerechnet Anacondas nun Gutes für die Menschheit tun, überrascht doch stark.

Genauer gesagt dient das Reptil seit Kurzem als Model für ein Energieprojekt mit Zukunft. Es zielt darauf, Wellenenergie des Meeres in elektrische Energie umzuwandeln, und ist somit ein potentieller Kandidat, langfristig die Generation regenerativer Energien um ein ein weiteres Puzzleteil zu ergänzen. Die Funktionsweise ähnelt den Bewegungen der Anaconda in Gewässern. An einer Stange, die im Meeresboden verankert wird, schwimmt eine Art Schlauch oder Gummiröhre frei im Wasser. Das andere, Wellen-abgewandte Ende enthält eine Turbine. Der „Anaconda-Generator“ ist mit Wasser gefüllt und reagiert auf die Wellenbewegungen. Trifft eine Welle auf den Schlauch, wandert ein Wulst aus Wasser die Röhre entlang, dessen Geschwindigkeit von Größe, Material und Elastizität des verwendeten Materials abhängt. Die Vorgänge im Schlauchinneren sorgen dafür, dass die Turbine angetrieben und Wellenenergie in nutzbare, regenerative Energie umgewandelt wird.

Der Aufbau der Anlagen soll mit möglichst wenigen beweglichen Teilen und Gelenken erfolgen, so dass eine Wartung möglichst standardisiert und einfach erfolgen kann. Die Röhren dürften dank ihrer Biegsamkeit auch schwere Unwetter auf hoher See gut überstehen. Etwa entlang der Küste der Vereinigten Staaten könnten solche interessanten Modelle für einen Durchbruch in Sachen regenerative Energien sorgen. Wissenschaftler sprechen von Wellenenergie-Ressourcen in Höhe von 2.100 Terawattstunden pro Jahr – allein für das zusammenhängende Gebiet der USA. Dies entspricht der Hälfte des jährlichen Stromverbrauchs der Amerikaner. Das Potenzial ist also entsprechend groß. Derzeit wird das Modell in englischen und amerikanischen Laboren weiterentwickelt und auf tatsächliche, praktische Tauglichkeit untersucht. So haben Forscher errechnet, dass die Vorrichtungen eine Länge von ungefähr zweihundert und einen Durchmesser von etwa sieben Metern umfassen könnten. Ganze Anaconda-Farmen könnten in den Meeren entstehen und künftig für Energiesicherheit sorgen. Das amerikanische Energieministerium geht davon aus, dass Ozeane für die Bereitstellung von etwa zwei Billionen Watt Elektrizität taugen.

Noch wird diese junge Technologie nicht in einem Maße gefördert, wie es Solar- und Windenergie derzeit erfahren. Experten gehen davon aus, dass die mögliche maximale Energiemenge bei etwa 250 Terawattstunden in den USA liegt – immerhin ein Wert, den derzeit die vielgeschätzte Wasserkraft liefert. Das Potential dieser neuen Form der Energiegewinnung ist also vorhanden. Es muss jedoch noch perfektioniert sowie ein geeignetes Nutzungskonzept entwickelt werden. Dann werden uns in absehbarer Zeit vielleicht auch Anacondas etwas sympathischer.